Mittwoch, 13. September 2017

Und noch ein kleiner Bestseller

Diese meine Übersetzung hat nicht nur mehrere Nachauflagen erfahren, wie neulich schon ein anderer Jugendbuch-Thriller, sondern jetzt sogar eine Neuausgabe.

Das ist auch gut so, denn nun heißt James auch auf Deutsch endlich Juno Dawson; ihr Outing ist ja schon eine ganze Weile her.


Wolen wir mal schauen, wie der mitunter durchaus fiese Horror-Roman SAG NIE IHREN NAMEN in der letzten Zeit so ankam? Mit Blick aufs Sprachliche, natürlich - denn das Deutsch habe ja ich verbrochen.

"Der Schreibstil war locker und jugendlich." (Nadine, Dezember 2016)

"Der Schreibstil von James Dawson ist aber auf jeden Fall flüssig und das Buch lässt sich flott lesen." (Jessi, In Büchern leben, April 2017)

"sehr leicht und flüssig zu lesen" (Lines Bücherwelt, Juli 2017)

"souverän erzählt" (Kasimira, September 2017)

Na, da freut sich der Übersetzer doch!

  • Mehr zum Buch, auch eine Leseprobe, bei Carlsen
  • Gesammelte Blogeinträge zum Auftrag hier

Mittwoch, 6. September 2017

Wie wir einmal ein Konzert von Holger Czukay störten



Wir waren selbsternannte Punks oder Freaks oder auch Mutanten, und als Holger Czukay Anfang Dezember 1984 mit einem Soloauftritt in den Martin-Gropius-Bau kam, mussten wir da hin! Die Scheiben von Can liefen bei jedem künstlerisch begabten Kifferkumpel irgendwann in der Nacht, und ich mochte gerade die verstrahlt-poetischen Songs mit ihrem Sänger Damo Suzuki sehr.

Berlins Spinner kamen alle und drängten so sehr in den klassizistischen Bau, dass die Resopaltische am Einlass nach hinten geschoben wurden.

Das Konzert fand im Treppenhaus statt, auf der Treppe die Spirale des Publikums, Czukay ganz unten im Schacht mit Bass und Kurzwellenradio.

Wir konnten es nicht fassen: Der fummelte da unten am Drehregler des fiependen, trillernden Radios rum (ich erinnere mich an so 'nen volksempfängermäßigen Holztrumm, aber das kann täuschen) und zuppelte ein bisschen an seinem Bass, und das bunte Publikum nickte dazu intellektuell-anerkennend ...

Kunstkacke, fanden wir. Und mussten laut lachen zwischen den ganzen goutierenden Soundgourmets.

Wir kamen uns vor wie in "Des Kaisers neue Kleider".

Und verließen das Ereignis, drängten uns die überfüllte Treppe entlang lachend und feixend nach draußen.

Sehr zum Amüsemang der treuen Czukay-Fans um uns herum - denn so machten wir uns natürlich zum Teil des Spektakels.

Da kommste ja nicht drumrum.

Was wiederum auch schön und erfreulich ist.

Damals war ich zwoundzwanzig. In Czukays diverses Radio Wave Surfing habe ich nie wieder reingehört, in dreiundzwanzig Jahren nicht.

Wollen wir mal ein Ohr reinhalten?





Finde ich, als inzwischen immerhin altersmilder Banause, immer noch Kunstkacke.

Aber Can - Can waren schon was!



Solche Songs von Holger Czukay selig und seinen Band-Freunden, von denen auch nicht mehr viele leben, werde ich noch bis zu meinem Tod hören!