Samstag, 6. Mai 2017

Gelesen: Kenneth Grahame, DER WIND IN DEN WEIDEN (GB 1908)

Worum geht's?

Dieser "Roman für Kinder" feiert das Leben der kleinen Leute ab, hier verkörpert vom Maulwurf und der Wasserratte. Sie erleben Abenteuer am Fluss und im "Wilden Wald".

Wie ist das Buch geschrieben?

Dritte Person, einfache Vergangenheit, mehrere Perspektiven. Der Autor und sein Übersetzer lieben es, sich von ihrer Wortbegeisterung hinwegtragen zu lassen.

Was gefiel nicht so?

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Was gefiel?

  • Der Roman hat weitgefächerten Humor: Es gibt heitere Szenen, klaumaukhafte, satirische.
  • An manchen Stellen wirkt das Buch fast wie ein Stück Science Fiction: Die Bezüge auf uns Menschen haben etwas Postapokalyptisches.
  • Auch dieser englische Roman steckt voller geradezu heidnischer Liebe zu Natur und Gärten.
  • Der Dachs, der alte Grantler!

Gute Stelle?

Wie wäre es mit einem kurzen Blick auf den "Pfeifer vor dem Tor zur Dämmerung"? Seite 142, Deutsch von Harry Rowohlt:

Der Maulwurf sah Ihn. Er war es, der Helfer und Freund: gebogene Hörner, die im Licht des jungen Morgens schimmerten; eine krumme Nase zwischen freundlichen Augen; bärtige Lippen zu einem freundlichen Lächeln verzogen; Muskeln, die sich auf Armen und Oberkörper kräuselten; zottige Glieder und empfindsame Hände, die eine Schalmei hielten. Es war Gott Pan persönlich [...] Der Maulwurf sah es. [...] Aber solange man lebt, wundert man sich.

"Ratte!", flüsterte er und schüttelte sich. "Hast du Angst?"

"Angst?", murmelte die Ratte liebevoll. "Angst? Vor Ihm? Niemals! Jedenfalls (wenn ich es bedenke) nur ein bisschen."

Zu empfehlen?

Aber ja! Ich habe den WIND neulich zum vierten Mal gelesen. Eins meiner erst spät entdeckten Lieblingsbücher; bei der ersten Lektüre war ich schon Ende dreißig.

Wo aufgestöbert?

Das weiß ich nicht mehr. Mein Exemplar habe ich damals jedenfalls neu gekauft:

(Taschenbuch, 252 Seiten. dtv junior Klassiker, 14. Auflage September 1999)

Und sonst?

Gilt wahrscheinlich das alte Bonmot, dass man dieses Buch in der Übersetzung von Harry Rowohlt lesen müsse, weil da im Original viel verloren gehe ...

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