Samstag, 4. Februar 2017

Kampfnonnen! Sterbende Erde! Lernen fürs Leben!

Fischer-Tor-Lektor Andy Hahnemann hat ja neulich schon auf Twitter verraten, was ich derzeit für ein Buch übersetze,



also kann ich euch jetzt auch ein bisschen mehr dazu erzählen!

Das Original RED SISTER wird im April erscheinen, hier das Cover:


Ich bin ja eigentlich nicht so der große Fantasy-Leser. Warum also habe ich diesen fetten Auftrag angenommen? Und das nicht erst nach der Lektüre, sondern mittendrin?

Weil mir an dem Buch vieles sehr gefällt.
  • Das fängt bei der Sprache an. Mark Lawrence erzählt straff und fast schon im Krimi-Duktus. Er bleibt dicht an den Hauptfiguren, flicht aber gern auch mal ein Bonmot oder einen Aphorismus ein; wir sollen ja schließlich was lernen. Nahe am Kriminalroman, wie gesagt.
  • Mit Kampfnonnen kann man nix falsch machen! Jedenfalls nicht für diesen nur gelegentlichen Fantasyleser hier.
  • Die Hauptfigur ist ein junges, arg gebeuteltes Mädchen, das früh, sehr früh, erwachsen werden muss. Die Kleine macht nicht immer alles richtig, manchmal wollte ich sie schütteln. Aber sie ist zäh und hat ihren eigenen Kopf.
  • Vieles im Buch kommt sehr authentisch rüber, sinnlich und nachvollziehbar.
  • Die beschriebene Welt ist sehr merkwürdig, voller Artefakte vielleicht hochtechnologischen Ursprungs, dabei aber in einer langsamen Apokalypse befindlich, durchzogen von Endzeitstimmung, es wird dunkel und kalt. Im ersten Band klärt sich noch nicht viel; ich habe das Ganze jedenfalls unter "Sterbende Erde" subsumiert.

Neulich hat Mark Lawrence in seinem Blog noch ein alternatives Cover vorgestellt, das ich euch nicht vorenthalten möchte:


Für mich passt dieses Cover, so schön ich die Darstellung der Heldin oben finde, viel besser zum Buch: Darin findet sich die Härte wieder, darin schwingt auch dieses krimimäßig Sachliche mit - tatsächlich haben ja viele Krimis und Thriller eine solche Aufmachung.

Ich bin schon gespannt, was die Leute von Fischer Tor für einen Umschlag austüfteln werden!

Aber bis dahin bin ich erstmal mit Übersetzen dran.

Im Moment schwinge ich mich auf den Erzählton ein und kniffele vor allem mit den Namen und Begriffen herum. Immer eine schwierige Geschichte. Mal gelingt eine Eindeutschung, siehe Tolkien. Mal geht sie daneben, siehe die frühen Übersetzungen von George R.R. Martins Fantasyromanen.

Wir werden sehen.

Ich nehme das sportlich. Einfach die englischen Begriffe beibehalten kann ich immer noch.


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English summary for foreign readers: I just started translating RED SISTER by Mark Lawrence.

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