Freitag, 22. Juli 2016

Mal wieder eine Fanzine-Veröffentlichung

Als ich Ende der 1970er, Anfang der 1980er mit dem Schreiben und Veröffentlichen losgelegt habe, gab es überall Fanzines. Das waren kleine Fan-Magazine, zumeist im A5-Format gedruckt und in dreistelliger Auflage von den Herausgebern persönlich oder per Post vertrieben. Mit dem Aufkommen des Internets und der sozialen Netzwerke hat diese Publikationsform ihr Ende gefunden.

Bis auf ein paar Leute, die sozusagen aus ästhetischen Gründen an der Form festhalten.

In München zum Beispiel sitzt das "Phantastische Quartett", eine Herrenrunde, die sich auf Szenebühnen zusammenfindet, um à la Literarisches Quartett fachmännisch und pointiert über Science Fiction und andere Fantastik zu plaudern. Mit !Alois haben die vier nach !Xaver gerade ihr zweites Fanzine rausgebracht, im klassischen A5-Format, aber mit schicker Gestaltung durch Hardy Kettlitz, der sonst als Allrounder für Golkonda tätig ist.

  • Für ihre Lyrik-Sparte haben sie diesmal eines meiner Gedichte aus dem COOLEN HUND ausgewählt, "Freunde" von 1982.
  • Außerdem habe ich einen kurzen Beitrag für "Perlen der Science Fiction I: Übersetzer-Perlen" geliefert, wo, einige können es sich schon denken, Übersetzer kurz eines ihrer Bücher vorstellen, das ihnen besonders am Herzen liegt.

Mal wieder in einem Fanzine veröffentlicht zu haben, ist mir eine Freude!

Ich zähle nämlich auch zu diesen schrulligen Ästheten, die lieber fröhlich durch ein Printfanzine blättern, als in irgendwelchen Netzwerken durch Postings zu scrollen ...

***

Wer wissen möchte, was der gute !Alois sonst noch so bietet, und das sind einige sehr feine Sachen, klicke den Scan an. Unten finden sich auch Bezugspreis und Kontaktmöglichkeit:



-----

English summary for foreign readers: German print fanzine !Alois just published two texts by yours truly.

Kommentare:

RoM hat gesagt…

Yum tuv, Frank.
Fanzines...ein wenig hat sich das klassische SF-Fandom besagter Jahre zerbröselt; obwohl die "Heftchenserie", die indirekt den Kontakt beförderte, nach wie wor erscheint. Ob die Digitalitis Schuld an der Trockenlegung des Fanzine-"Sumpfs" ist!? Möglicherweise hat ja eher der Eingang des Phantastischen in den Mainstream dafür Sorge getragen, daß Fans sich nicht mehr euphorisch auf Fandom konzentrieren brauchen. Die Dinge sind leicht zugänglich geworden, weswegen sich jeder das Seine zusammenstellt. Die wichtige Laberei mit Freunden des gemochten Genres klinkte sich ins Net aus.
Nicht, daß ich sentimentalisiere - tatsächlich kann ich an der Popularität des Phantastischen kein schlechtes Haar finden.* Zeit fügt sich in Veränderungen.

Die letzte Zine-Veröffentlichung hatte ich im FO; seither schreibe ich lediglich noch Kommentare & passende Sinnsprüche.

"Time ain't no stronghold you can outlast alteration."
(Saoirse O'Boinor)

bonté




* gut, der Marvel-Comic-Overkill vielleicht ;-)

Frank Böhmert hat gesagt…

Hol dir mal ruhig so'n Alois, RoM. Wie ich auf Twitter schrieb: Beim Lesen kommt Nostalgie auf und gleichzeitig Freude an der Gegenwart. Seltene Kombi!