Freitag, 25. September 2015

Rainer Castor verstorben [zuletzt aktualisiert am 02.10.]

Ich möchte hier nur kurz vermelden, dass der Perry-Rhodan-Autor Rainer Castor, der gleichzeitig so etwas wie die wandelnde Datenbank der Serie war, am Dienstagnachmittag im Alter von 54 Jahren einem Herzinfarkt erlegen ist.

Mit Anekdoten oder persönlichen Erinnerungen kann ich leider nicht dienen; wenn ich mich recht entsinne, habe ich während meiner Zeit als Gastautor nie direkt mit ihm zu tun gehabt.

Mein Beileid gilt seinen Angehörigen.

  • Die Meldung der Redaktion findet ihr dort,
  • einen Nachruf von Uschi Zietsch, die ihn wohl recht gut gekannt hat, auf ihrem Blog,
  • einen Kondolenz-Thread, der sich bestimmt mit vielen Erinnerungen an seine Person und seine Romane füllen wird, beim Perry-Rhodan-Forum
  • und eine traurige statistische Beobachtung von Mahlström zur Lebenserwartung der Perry-Rhodan-Teamautoren im SF-Netzwerk.
  • Nachtrag 26.09. - Sehr zu empfehlen auch der Nachruf eines Lesers namens Tiff im SF-Netzwerk
  • Nachtrag 28.09. - Die Traueranzeige findet sich dort, und Teamautor Marc A. Herren beschreibt im Verlagsforum, wie es kurzfristig weitergeht, und findet ebenso schöne wie realistische Worte zu Rainer Vermächtnis.
  • Nachtrag 30.09. - Teamautorin Verena Themsen schreibt im Verlagsforum über die Beerdigung und wie es wohl mittelfristig weitergeht, und der Nachruf der Redaktion ist online gegangen.
  • Nachtrag 02.10. - Chefredakteur Klaus N. Frick im Blog der Redaktion über die Trauerfeier


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English summary for foreign readers: Last Tuesday, Perry Rhodan team writer and mine of information about the series Rainer Castor has died. I wrote some Rhodan stuff myself, but I didn't knew him personally. My heart goes out to his family and friends.

Donnerstag, 24. September 2015

Ich weiß, ihr wollt unbedingt wissen, wie ich als Peanut aussehen würde!

So hier:


Jedenfalls, siehe Brille, wenn ich am Computer sitze. Fesche Frisur, wa? Der Bart fehlt natürlich, so als Kind.

Das Ergebnis war lustig genug, dass die Familie noch weiter damit rumgespielt hat.

Hier meine Liebste:


Sehr gut getroffen!

Und hier unser Sohn:


Auch klasse!

Nur der Große fehlt noch ... Mal gucken, was dabei rauskommt!

Nachtrag 18:15 - Da isser!


Das nenne ich mal eine gelungene Werbeaktion! Falls ihr selber damit rumspielen wollt und die Erdnussisiermaschine noch nicht kennt, geht rüber nach dort.


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English summary for foreign readers: Me and my family as Peanuts characters. Well that's what I call a great advertising campaign!

Mittwoch, 16. September 2015

Sportschütze Böhmert

Neulich war ich mit meinen dreiundfuffzich Jahren zum ersten Mal auf einer Bogensportanlage. Hat Spaß gemacht!

(Foto: Anja K. Links übrigens der Arm meines alten Freundes und Nachbarn Viktor Pavel)

Bogenschießen ist eine gute Mischung aus
  • Bewegung (sprich Pfeile holen, was sich bei geübteren Schützen mit siebzig oder neunzig Metern Distanz zu respektablen Laufstrecken summiert)
  • leichtem Hanteltraining (das Spannen; aber auch die Bögen selbst können schon ordentlich was wiegen, je nachdem wie aufgemotzt sie sind) und
  • Yoga (die Körperhaltung will gut austariert und die Muskeln wollen beim Schuss dann locker sein)

Kann ich nur empfehlen!

Herzlichen Dank auch an dieser Stelle noch mal an meinen alten WG-Kumpel Carsten Scheibe für die Einladung!


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English summary for foreign readers: Well people that's what an archer looks like! Ahem, if he's holding a bow for the first time, that is.

Donnerstag, 10. September 2015

BERLIN 2037 als kostenloses E-Book! [aktualisiert am 16.09.]

Geplant war's ja schon 'ne ganze Weile, aber jetzt isses soweit; dort.


Das Angebot gilt für eine Woche - falls also jemand mal einen Böhmert- oder einen Perry-Rhodan-Neo-Roman oder gar beides auf einen Streich probieren möchte ... günstige Gelegenheit!

  • Sämtliche Blogeinträge zum Roman hier

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Nachtrag vom 16.09. - Beim SF-Netzwerk gibt es eine aktuelle Leserreaktion. Da hat aber jemand schnell gelesen! Herr Schäfer schreibt:
[G]ut zu lesender Stoff, illustriert eine Seite der PRZukunft, die bei Scheer damals keine Rolle spielte: das Leben und Wirken normaler Menschen unter der Konfrontation mit dem unbegreiflichen.

Heute ist der letzte Tag, an dem ihr das E-Book noch kostenlos herunterladen könnt.


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English summary for foreign readers: Over the next days, my German language Perry Rhodan Neo ebook BERLIN 2037 is for free!

Zweitausend Trekkies mit Spock-Ohren. Harry Rowohlt über den Kurd-Laßwitz-Preis. Mit einem Nachtrag

Während der Erholung von einer Zahn-OP bespaßte ich mich neulich mit dem ebenso schönen wie lustigen Gesprächsband IN SCHLUCKEN-ZWEI-SPECHTE von Harry Rowohlt und Ralf Sotscheck, den ich nun bereits zum vierten Mal gelesen habe.

Darin finden sich auch ein paar Zeilen über unseren SF-Preis der Profis. Bitteschön:

[Sotscheck:] Was steht denn in deinem Trophäenwald noch so alles?

[Rowohlt:] Zum Beispiel der Kurd-Laßwitz-Preis für Science Fiction - für das sechsundneunzigste Buch, das ich übersetzt habe, für "Zeitbeben" von Kurt Vonnegut. [...]

[Sotscheck:] [...] Wie hoch war der Laßwitz-Preis eigentlich dotiert?

[Rowohlt:] Gar nicht, da kriegt man nur die Urkunde zugeschickt, und die sieht nicht aus wie ein Prospekt. Deshalb habe ich die heute noch.* Da hätte man nach Dortmund fahren und sich das Ding abholen müssen, und die sehr niedliche Katja Scholtz** hat gesagt, ich könnte da bei ihrer Oma übernachten, aber das war mir irgendwie zu ... ich weiß nicht was. Und Geld gab's ja auch nicht. Ich hatte Angst vor den zweitausend Trekkies, die alle Spock-Ohren haben***, und niemand kennt mich, und man muß nett zu Leuten sein. Iiih. Aber die Urkunde habe ich.

(Seite 161ff.)

* Rowohlt lästert zuvor über die Prospekthaftigkeit einer anderen Preis-Urkunde, die er deshalb versehentlich weggeworfen hatte.

** Die Übersetzerkollegin und Programmleiterin des Mareverlags vermutlich

*** An anderer Stelle, auf Seite 115, erzählt Rowohlt übrigens, dass er auf Lesereise im Hotel gern "eine späte Wiederholung von 'Star Trek'" gucke, "und dann ist es doch noch ein schöner Tag geworden".

  • Sämtliche Blogeinträge zum Kurd-Laßwitz-Preis hier

P.S. speziell für Molo: Im Sommer erzählte ich dir doch von dieser früheren Lyrikreihe, wo Nachrichtensprecher Gedichte vorgelesen haben, und wir konnten dazu nix finden. Bei Rowohlt kommt folgende Stelle vor, Seite 115: "das 'Schatzkästlein' im Deutschlandfunksender, wo Nachrichtensprecher im Verlautbarungston Gedichte verlesen haben, also ohne ekelhafte Betonung". Das meinte ich! (Im Web finde ich aber weiterhin nix dazu.) Nachtrag: Wobei ich mich nach wie vor zu erinnern meine, dass das in den 1970ern im Fernsehen gelaufen ist, während Rowohlt sich auf ein DDR-Radioprogramm bezieht, das seit 1971 nicht mehr so hieß.


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English summary for foreign readers: As Others See Us. Harry Rowohlt on Kurd-Laßwitz-Preis: He didn't want to go to the prize giving ceremony, fearing "two thousand trekkies, all wearing Spock ears. Eeek." "And there was no prize money, tooeither." (Harry Rowohlt, IN SCHLUCKEN-ZWEI-SPECHTE (2002), page 161ff.)

Montag, 7. September 2015

Das Nirgendwo-Projekt

Neulich lud die Nomad Bar im Rahmen ihrer Dokumentarfilm-Donnerstage zu PARADISE OR OBLIVION (zu Deutsch "Paradies oder Vergessen", aber auch "Paradies oder Verwüstung") aus dem Jahre 2012. Der Trailer sprach mich genug an ...



... um da zusammen mit meinem großen Sohn hinzugehen und mir diese Einführung in das utopische "Venus Project" des Jaque Fresco, von dem ich bis dahin noch nie gehört hatte, obwohl der Film allein auf Youtube über 7 Millionen mal abgerufen worden ist, während des Genusses ganz ausgezeichneter Biere kleiner Brauereien einmal anzusehen.

Tja, was soll ich sagen?

Der Trailer gibt einen guten Vorgeschmack auf den Film; er verspricht weder zu viel noch zu wenig.

Worum geht's?

Ein fast ein Jahrhundert alter Mann, der von der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre geprägt worden ist, will in Venus, Florida eine Art Musterstadt der Zukunft errichten.

Was gefiel nicht so?

Die Stadt der Zukunft, wie Fresco sie sich vorstellt, wirkt seltsam geschlossen.

An einer Stelle des Films erzählt er, wie toll die Verkehrssysteme der Zukunft sein würden, und stellt die rhetorische Frage, wer wolle denn schon in einem unsicheren, fuffzehn Jahre alten Auto fahren. Da hätte es in einer Live-Veranstaltung einen Zwischenruf von mir gegeben: Zehntausende Leute, alle Garagenschrauber nämlich; für viele fängt der Spaß da erst mit einem 25 Jahre alten Auto, einem Oldtimer also, richtig an. Auch haben sicher bei weitem nicht so viele Leute, wie Fresco denkt, Lust darauf, in einem vorgefertigten Haus aus Recycling-Kunststoff zu leben; ich zum Beispiel lebe seit meinem Auszug von zu Hause gezielt ausschließlich in Häusern, die ungefähr hundert Jahre alt sind.

Diese kreisrund angelegte Stadt hat ihre Ästhetik, aber wie ich zu meinem Sohn sagte: Wo hängen die Jugendlichen rum, die das Werk der Erwachsenen doof finden? Genau das, antwortete er, habe er auch gerade sagen wollen.

Und weiter: Wo sind die Werkstätten der Schrauber und Tüftler und Erfinder, die Flohmärkte, die Übungsräume, die Festivalplätze, die Kleingärten mit selbstgebauten Lauben, die Lagerfeuer? Kurz: Wo findet all das statt, was nicht Großprojekt, was nicht Mainstream, was nicht Fresco ist?

Was gefiel?

Manche Entwürfe sind hübsch futuristisch, und ich fand lustig, wie sehr diese doch allgemeingültig gemeinte Stadt das Klima Floridas atmet.

Fresco ist ein sympathischer, eigensinniger alter Mann.

Zu empfehlen?

Angucken lohnt sich schon, aber ernstnehmen kann ich das Venus Project nicht.

Fresco kommt bei aller Sympathie doch als zu großer Eigenbrötler rüber. Das Projekt ist anscheinend geschlossen für Entwürfe anderer Personen; das Team scheint sehr klein und Fresco nicht teamfähig zu sein. Das sind schlechte Karten für eine Vision vom zukünftigen und natürlich voll friedlichen Zusammenleben. Fertige Häuser gibt es auch nicht, nirgendwo; bis auf das Projekthaus, also einen Werbepavillon.

Unterm Strich kommt mir Fresco vor wie der Nowhere Man aus dem Beatlessong:

He's a real nowhere man
Sitting in his nowhere land
Making all his nowhere plans
For nobody

(Er ist ein richtiger Nirgendwo-Mann
Sitzt in seinem Nirgendwo-Land
Macht seine ganzen Nirgendwo-Pläne
Für niemanden)

Was traurig ist. Sympathisch, liebenswert auch, aber vor allem traurig.

Wer sich den Film einmal selber angucken möchte - es gibt ihn komplett und legal auf Youtube; hier die Version mit deutschen Untertiteln:



Und sonst?

Utopisches Denken und der Glaube an eine wie auch immer geartete Apokalypse gehen anscheinend gern Hand in Hand.


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English summary for foreign readers: Recently I watched PARADISE OR OBLIVION. Jaque Fresco is a likable maverick, but his vision of the city of the future describes a closed society, not an open one.

Donnerstag, 3. September 2015

Wie die Springbrunnen in die Städte kamen

In den 1970ern, als die Leute noch viel und gern geraucht haben, da standen auf den Marktplätzen und in den Fußgängerzonen noch keine Springbrunnen, sondern riesige Aschenbecher - die künftigen Becken der heutigen Brunnen.

Dort saßen die Leute dann und spielten Gitarre, und die Touristen fotografierten einander vor den schwelenden Kippenhügeln, und dann und wann kamen Oberstufenschüler und verbrannten feierlich Schulstoff, den sie nicht mehr brauchten, nie mehr brauchen würden, und tranken dazu Bier.

Montags wurden die Ascher geleert und anschließend die Städte gelüftet - mit den Geräten, die wir heute als Laubbläser kennen.

- Historische (ähem) Notiz nach einem merkwürdigen Detail bei Shaun Tan

(Ausschnitt. Bildquelle: "Opas Geschichte" in Shaun Tan, GESCHICHTEN AUS DER VORSTADT DES UNIVERSUMS [2008]. Eigenhändiger Scan aus dem gelesenen Exemplar)


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English summary for foreign readers: A little detail in one of Shaun Tan's awesome drawings inspired me to this (ahem) historical note on fountains which were just big ashtrays in the 1970s - the future basins of today's fountains. Every Monday the ashtrays were emptied and the cities aired - with those machines we know today as leaf blowers.