Freitag, 21. August 2015

Etymologische Notiz zum Blog-Titel

Heute beim zweiten Frühstück kam mir beim Blättern in einer Sammlung Grimmscher Märchen die Idee, hier einmal aufzuschreiben, was ich über den Titel meines Blogs weiß. Bitteschön:

"Böhmert" kommt am wahrscheinlichsten von Böheim oder Böhme, dem aus Böhmen Stammenden. Frühere Generationen glaubten Wikipedia zufolge, "das Volk der Böhmen neige besonders zur Vagabundage und zu künstlerisch buntem, zuweilen etwas lautem Auftreten".

(2015, Night of the Prog: Fränkie freut sich über den sehr guten Sekt im Thermobecher. Foto [Ausschnitt]: Rainer Stache)

Mit Böhmen waren Zigeuner gemeint. Siehe auch Bohème. So sind Böhmer, Böheimlein, Böhmlein denn auch alte Namen für den in seinem Wanderverhalten unberechenbaren Seidenschwanz, damals auch Spottvogel, Kriegvogel, Pestvogel genannt, "weil sein oft in schaaren erfolgender anflug krieg und tod verkünden soll" (Grimmsches Wörterbuch). Uh!

Davon abweichend: Vor vielen Jahren stieß ich in einem Antiquariat oder einer Bücherei auf ein Namensherkunftsbuch längst vergessenen Titels, in dem Böhmert auf Baumert zurückgeführt wurde, was ein alter Name für den Holzfäller, den Waldarbeiter gewesen sein soll.

"Hasenbrot" in der hier gemeinten Bedeutung ist "ein wetterauisches kinderwort für brot, das der jäger nicht auf der jagd verzehrt, sondern in seiner jagdtasche wieder mit nach hause bringt und als vom hasen herrührend den kindern gibt". Die Gebrüder Grimm zitieren außerdem ein Gedicht vom Ende des 18. Jahrhunderts, in dem es heißt: "herrlich, ohne teller, / schmeckt beim abendroth / heidelbeer und hasenbrot".

Vom Frühstück bis zum Abendbrot - der erzählerische Bogen ist geschlossen. Schönes Wochenende allerseits!


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English summary for foreign readers: Note on etymology. My surname, "Böhmert", probably comes from Böhmen, Bohemia. See also Bohemianism. And "Hasenbrot" means "rabbit's bread", that's the sandwich the hunter didn't eat in the woods and brought back to his children telling them he got it from the rabbit. Later the word was used for all lunchbreads fathers brought back from work. Most children loved "rabbit's bread" because all ingredients were so well infused.

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