Freitag, 31. Juli 2015

Na, soll ich euch mal die persönlichen Höhepunkte meines diesjährigen Rockfestivals verraten?

Bitteschön!

Die Entdeckung der diesjährigen Night(s) of the Prog auf der Loreley schlechthin waren für mich und auch für meinen großen Sohn Luna Kiss aus England. Sie eröffneten den zweiten Tag und bescherten mir trotz Mittagszeit und gleißender Sonne eine Gänsehaut nach der anderen. Frontmann Will Russell hat eine Stimme zum Reinkriechen, dazu kommen eine unglaublich singende, warme Gitarre, eine perfekte Balance zwischen laut und leise und heftig und zart und eine sympathische, unangestrengte Bühnenpräsenz. Es gibt leider kein Livevideo von ihnen, aber das hier lässt alles erahnen:



Ihre erste CD (von inzwischen dreien) läuft hier zu Hause derzeit mindestens einmal am Tag! Sowohl bei meinem Sohn als auch bei mir.

Beardfish aus Schweden habe ich zum dritten Mal gesehen, und sie haben mich natürlich auch diesmal wieder glücklich gemacht. Sie komponieren ernste Songs, die völlig frei zwischen Jazz und Prog und Blues und Hardrock changieren, sind live aber eine richtige Spaßband - Party pur für Leute, die ihre Musik gern komplizierter mögen:



Ich lasse mich besonders gern vom Basser Robert Hansen mitreißen, der so herrlich gemütlich ausflippen kann! Ihre aktuelle Scheibe läuft hier auch alle paar Tage.

Dann Camel. Leute, ich habe Camel live gesehen! Allein diesen Satz hier hinzuschreiben, treibt mir Tränen in die Augen. Andrew Latimer, ein britischer Gentleman wie aus dem Bilderbuch, nur im T-Shirt, war vor einigen Jahren schwer erkrankt und hatte nach seiner Genesung unter vielen Mühen noch einmal komplett Gitarre lernen müssen. Das nenne ich mal eine gelungene Physio! Hier ein Fanvideo, das sogar vom Konzert stammt:



Mitten im Konzert hatte ich einen großartigen Moment. Ich musste bei den langen Instrumentalpassagen immer die Augen schließen, das ging gar nicht anders, und als ich sie einmal wieder öffnete, zuckte ich richtig zusammen: Ach ja, ich bin ja auf der Loreley! Es ist zwar Nacht, aber ich sitze ja!

Ich hatte mich wieder in meinem Jugendzimmer befunden, als vielleicht Siebzehnjähriger auf dem Bett liegend, mit der plüschigen Leopardenfell-Tagesdecke unter mir und dem fetten schwarzen HiFi-Kopfhörer auf, der mich in den Klängen von THE SNOW GOOSE baden ließ.

Ein unglaublicher, sämtliche Sinne umfassender Moment der Erinnerung - herrlich. Was Musik alles vermag!

(Mein großer Sohn und ich leicht sonnenverbrannt und sehr glücklich im Kreis meiner diesjährigen Festivalbande, die privat bleiben soll)


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English summary for foreign readers: The three performances I liked most on this year's Night(s) of the Prog on Loreley were from Luna Kiss, Beardfish and Camel.

Kommentare:

Enpunkt hat gesagt…

Dein großer Sohn ... das ist der, der uns mal an einem Kanal entlang mit dem Dreirad vorausgefahren ist, oder?

(Kinners, wie die Zeit vergeht ...)

Frank Böhmert hat gesagt…

Ja, Mann.

Konrad Kustos hat gesagt…

An Klaus: ....und was für ein Supertyp der Zwerg geworden ist.....