Montag, 1. Juni 2015

Kurd-Laßwitz-Preis 2015 - meine Punktevergabe [aktualisiert am 03.06.]

Wie jedes Jahr hier wieder die Dokumentation meines Wahlbogens - wer sich parallel die Nominierungen für den Science-Fiction-Preis der Profis aufrufen möchte, wird dort fündig.

Ich habe nach einem Tag des Abwägens und des Blätterns in Büchern usw. wie folgt abgestimmt:

Bester Roman
  • Kein Preis - 5 Punkte
Kein deutscher SF-Roman des vergangenen Jahres hat mich zum Fertiglesen gereizt, wobei Hillenbrand und Dath es fast geschafft hätten und Boldt einen originellen juristischen Ton in seine Zeitreisegeschichte gebracht hat, der eine gesonderte Erwähnung wert ist.


(Beste Erzählung
  • Enthaltung - meine traditionelle Wahl; ich habe zu wenig Interesse an der kurzen Form und dadurch natürlich auch zu wenig Ahnung.)

Bestes ausländisches Werk
  • Andy Weir, DER MARSIANER - diesen Roman hatte ich auch selbst zur Nominierung vorgeschlagen, siehe hier. Ein Lesespaß reinsten Wassers mit einem herrlich frischen, optimistischen Ton; 5 Punkte
  • Iain Banks, DIE WASSERSTOFFSONATE - ich bin noch mitten in der Lektüre dieses Schinkens, aber mir gefallen diese Zukunftsmöglichkeiten zum Anfassen und der liebevolle, scheuklappenlose Blick des Autors auf den bunten Flickenteppich des Lebens bisher sehr, sehr gut; 4 Punkte
  • kein Preis - 3 Punkte

Beste Grafik
  • Timo Kümmel für das Titelbild zu Dirk van den Boom, AUFGEHENDE SONNE - einfach ein gut ausgeführtes Bild mit Mut zum richtigen Kracher-Motiv; 5 Punkte
  • Tony Andreas Rudolph für das Titelbild zu Francis Knight, WEG INS NICHTS - schöne Atmo, und ich liebe Dachmotive, weil ich auch selber gern auf Dächern hocke; 4 Punkte
  • Tony Andreas Rudolph für das Titelbild zu Dirk van den Boom, HABITAT C - optimistisch-lichtes Großstadtmotiv; 3 Punkte
  • Mark Freier für das Titelbild zu Uwe Post, STERNE IN ASCHE - interessante "stille" Dramatik, hat etwas Geheimnisvolles; 2 Punkte
  • Mario Alberti für das Titelbild zu Pierre Boulle, PLANET DER AFFEN - klassisch 60er/70er-Jahre-mäßig und damit perfekt für diesen Klassiker von 1963, übrigens eines meiner Lieblingsbücher; 1 Punkt
Das war diesmal, was mich betrifft, ein gutes Jahr für Grafiken - es gab schon Jahre, da habe ich mit "Kein Preis" abgestimmt.


Sonderpreis einmalige Leistung
  • Ulrich Blode, Hans Esselborn und Michael Haitel für den Start der Werkausgabe von Herbert W. Franke - ich kann mit den Geschichten von Franke überhaupt nichts anfangen, finde das alles sehr bemüht und gravitätisch, aber solche editorischen Mühen wollen belohnt werden; 5 Punkte
  • Kein Preis - 4 Punkte

Sonderpreis langjährige Leistung
  • Jürgen "Josefson" Doppler für seine monatliche SF-Rundschau - mein Lieblingskritiker im Genre, sachkundig, witzig, gefühlvoll; 5 Punkte
  • Roger Murmann, Christian de Ahna, Birgit Fischer und Kurt Zelt für die Organisation des BuchmesseConvent - seit einigen Jahren mein Stammcon, hat sich zum wichtigsten Treff der deutschen Fantastik-Szene gemausert; 4 Punkte
  • Thomas Braatz und der Freundeskreis Science Fiction Leipzig für die Organisation des Elstercon - die kleinere und feinere deutsche Con-Variante im Literaturhaus Leipzig; 3 Punkte
  • Sascha Mamczak, Erik Simon und Hannes Riffel für den Abschluss der Strugatzki-Werkausgabe in teurer und nicht so teurer Variante - wie schon oben bei Franke angemerkt, solche editorischen Mühen wollen belohnt werden; 2 Punkte
  • Sascha Mamczak, Wolfgang Jeschke und Sebastian Pirling für die lange Zeit als Herausgeber von DAS SCIENCE FICTION JAHR - mit der Übergabe an Golkonda geht eine Ära zu Ende, die ich vor allem in der ersten Hälfte als begeisterter Leser verfolgt habe; 1 Punkt
In dieser Kategorie will ich mir fürs nächste Jahr vormerken, dass eigentlich dringend mal Klaus Frick und sein Team für das Galaktische Forum nominiert werden müssten - welchen anderen Preis als den der Profis sollen sie denn schließlich bekommen für diesen wichtigsten deutschen Branchentreff, den sie seit Jahren ausrichten?

Nachtrag 03.06. - Und eigentlich gehört in dieser Kategorie auch dringend einmal der gute Rainer Stache nominiert, der seit Jahren und Jahrzehnten die Perry-Rhodan-Serie ebenso kritisch wie sachkundig-liebevoll begleitet, angefangen mit seiner Doktorarbeit und dann mit der Artikelserie "Der galaktische Beobachter" in der SOL. Wäre das Perry-Team nicht so Kurd-asketisch drauf, hätte es ihn längst mal auf die Liste gewuppt, verflixt!

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So weit meine diesjährigen Entscheidungen. Wie habt, wie hättet ihr abgestimmt? Oder sonst irgendwelche Anmerkungen?


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English summary for foreign readers: My points for this year's Kurd Laßwitz Preis

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