Donnerstag, 9. April 2015

Kurd-Laßwitz-Preis 2015 - die Nominierungen

... habt ihr bestimmt längst woanders gesehen, aber ich will sie nach meiner österlichen Internetauszeit hier trotzdem erwähnt haben!

Wer sie noch nicht kennt, hüpfe mal kurz rüber zur offiziellen Seite ...

Ich bin zufrieden, denn mein einziger Vorschlag, Andy Weirs DER MARSIANER in der Kategorie "Bestes ausländisches Werk", ist drin.

Und auf ein paar Bücher, die es ebenfalls geschafft haben, werde ich demnächst im Otherland noch einmal einen Extrablick werfen - so etwa unbedingt auf Ursula LeGuins Kurzroman VERLORENE PARADIESE, den ich mir eh schon für eine Lektüre irgendwann in den nächsten Jahren gemerkt hatte.

Gibt es nominierte Werke, die ihr uns Abstimmungsberichtigten noch schnell für die nächsten acht Wochen besonders ans Herz legen wollt? Dann ab in die Kommentare damit!


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English summary for foreign readers: My favorite sf novel last year, THE MARTIAN by Andy Weir, has made it on the nomination list of Kurd Laßwitz Award.

Kommentare:

moyashi hat gesagt…

Das Buch habe ich kürzlich erst als Hörbuch genossen. Ein Hochgenuss mit Lachgarantie!

Pogopuschel hat gesagt…

"Drohnenland" von Tom Hillenbrand

Spielt in der nahen Zukunft, in einem Europa, in dem die EU Auswüchse eines autokratischen Überwachungsstaates angenommen hat. Im Prinzip geht es um die Ermittlung im Mordfall eines EU-Parlamentariers. Da inzwischen alles von Kameras und Drohnen gefilmt wird, können die Ermittlungen gespiegelt werden, also in einem virtuellen Raum stattfinden. Und in diesen wirft Hillenbrand auch seine Leser, in dem er ohne große Erklärungen mit der Handlung loslegt. Wir folgen dem Polizisten Westerhuizen bei seinen Ermittlungen, die natürlich zu einer großen Verschwörung innerhalb des militärisch-industriellen Komplexes führen. Der Infodump ist gleich null, man muss sich die politische Lage aus kleinen Randbemerkungen selbst erarbeiten. Die USA sind abgemeldet, Südtirol separiert und Holland abgesoffen. Ein sehr spannender Roman mit einer erschreckend realistischen Zukunftsvision. Große SF aus Deutschland.

"Der Circle" von Dave Eggers lese ich gerade.

Jeff VanderMeer – "Anihilation"

Eine Biologin, eine Psychologin, eine Anthropologin und eine Linguistin begeben sich auf eine Expedition in ein Gebiet, in dem Flora und Faune durch eine nicht näher spezifiziertes Ereignis auf teils recht unheimliche Weise verändert wurde, und auch die vier Expeditionsteilnehmer werden durch das Gebiet verändert. Dass sie nur bei ihren Berufsbezeichnungen genannt werden, und nicht bei ihren Namen, hat auch damit zu tun. Einer gelungener, atmosphärisch dichter und psychologisch komplexer Roman, der der mich trotz der relativen Ereignisarmut in seinen Bann gezogen hat. Ein vielversprechender Auftakt für die Southern-Reach-Trilogie, sprachlich gar nicht so sperrig, wie ich es von VanderMeer erwartet hätte.

Ted Chiang – "Das wahre Wesen der Dinge"

Gute bis herausragende SF-Kurzgeschichten, in denen es häufig um die Beziehung zwischen Mensch, Wissenschaft, Software und sozialen Zwängen geht. Obwohl ich die Meisterschaft seiner Werke erkenne, kann ich mich nicht für alle dieser Geschichten begeistern, da sie mir teilweise zu distanziert geschrieben sind. Am Besten hat mir Der Lebenszyklus von Softwareobjekten gefallen, in der es um die Frage geht, ob sich tamagotchiartige Softwarecharaketeren (so was wie Haustiere) zu echten Persönlichkeiten entwickeln können. Insgesamt kann ich dies bei Golkonda erschienen Kurzgeschichtensammlung nur empfehlen.

My. hat gesagt…

1. Der LeGuin ist IMHO eine Neuausgabe, evtl. überarbeitet, aber ich glaube nicht, dass der neu ist.
2. "Drohnenland" habe ich gestern abend angefangen (für DSFP), gefällt mir nach 20 Seiten sehr, sehr gut.
3. Ted Chiang ist, glaube ich, ein Muss.
4. Wie wäre es mit "p.graffiti" - wenn du auf KGs stehst? :))

My.

Pogopuschel hat gesagt…

Der Le Guin ("Verlorene Paradiese") ist doch eine Erstveröffentlichung. Die Novelle ist im Original 2002 in der Kurzgeschichtensammlung "The Birthday of the World" erschienen, die meines Wissen nach nie übersetzt wurde. Horst Illmer hat die Novelle jetzt für Atlantis übersetzt.

Frank Böhmert hat gesagt…

... und aus dem P.GRAFFITI-Band wurde nichts nominiert - das nur als kleine Korrekturanmerkung, damit nicht irgendein mitabstimmendes Wesen in Verwirrung gerät.

Ansonsten danke für eure Tipps soweit!

My. hat gesagt…

Dann könntest du Puristiker statt "p.graffiti" auch "Bullet" nehmen :)) My.

Frank Böhmert hat gesagt…

Ein guter Freund legte mir noch dringend DIE WASSERSTOFFSONATE von Iain Banks ans Herz.