Freitag, 13. März 2015

Wie alt ist Spenser?

Ich habe für dieses Lesejahr unter anderem vor, mir noch einmal gemütlich die Spenser-Krimis von Robert B. Parker reinzuziehen - und dabei will ich diesmal auf eine zeitliche Einordnung achten. Nicht mit wissenschaftlicher Akribie, die Lektüre soll ja vor allem Spaß machen, aber wenn mir etwas auffällt, will ich es markieren.

Die ersten drei Romane habe ich im Januar und Februar gelesen, in dieser schönen Taschenbuchausgabe, die inzwischen auch schon zwanzig Jahre auf dem Buckel hat:

(Eigenhändiger Scan vom gelesenen Exemplar. Taschenbuch, 518 Seiten. Penguin, 1994)

  • THE GODWULF MANUSCRIPT (1974) spielt im Spätherbst und Winter: "Flakes of the season's first snow flattened out against [the window]", page 7. Spenser "[gets] up towards forty", page 71. Auf page 101 schmaucht er eine Zigarre; das wird noch wichtig sein, weil er in späteren Romanen gern erzählt, seit wie vielen Jahren er nicht mehr raucht.
  • GOD SAVE THE CHILD (1974) beginnt im "September after Labor Day", page 181, also in der ersten Hälfte des Monats. Spenser ist "thirty-seven", page 190. Ha, eine eindeutige Angabe!
  • MORTAL STAKES (1975) spielt zur "summertime", page 351.

Wenn wir der Einfachheit halber davon ausgehen, dass die Fälle in chronologischer Reihenfolge erzählt werden, und ich erinnere keine ausdrückliche erwähnte Ausnahme oder auffallende Abweichung, dann ist Spenser im ersten Band 36 Jahre alt und im dritten Band  37 oder 38 - je nachdem, wann er Geburtstag hat.

Zwischen den ersten drei Fällen ist jeweils rund ein Jahr vergangen, Minimum; hochgerechnet auf den letzten, 2011 posthum erschienenen Roman SIXKILL (den ich noch gar nicht gelesen habe, Donnerwetter!) ergibt das vorläufig ein Alter von rund 74 Jahren für unseren verwitterten Helden.

Hübsch.

Mal sehen, wie das mit dem chronologischen Lesen weitergeht! Bei den nächsten Romanen möchte ich zusätzlich darauf achten, ob sich aufgrund bestimmter Details feste Jahreszahlen zuordnen lassen.


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English summary for foreign readers: This year I'm rereading again the Spenser novels by Robert B. Parker and I'm trying to do two things while reading - a) to synchronize the storyline with real history and b) to determine Spenser's age for every novel.

Kommentare:

RoM hat gesagt…

Hyvää päivää, Frank.
Demnach wäre das etwas wie Archäo-Forensik, der Du Dich bei der Lektüre widmest. Vorausgesetzt natürlich, daß der Autor Akribie, oder zumindest Wert, darauf gelegt hat.

Bücher nach Jahren erneut zu lesen, ist ausgesprochen reizvoll. Zumal einem dann andere Dinge in den Sinn kommen.

bonté

Frank Böhmert hat gesagt…

Oh, Parker hat das ganz sicher nicht mit Akribie gemacht ...

Er war ein alter Jazzer, hat einfach seine zehn Seiten am Tag improvisiert, und gut war.

So hat er zum Beispiel Spenser irgendwann in den ersten fünf Bänden eine neue Familiengeschichte gegeben, weil ihm die besser zur Figur passte, und die alten Romane nie entsprechend aktualisiert. Nun erinnert sich Spenser anfangs an seine Mutter und später nur an seinen Vater und dessen Brüder, die ihn aufgezogen haben, weil seine Mutter früh gestorben ist.

Mit so etwas muss man leben können, oder man liest keinen Parker.

Ich denke, er hat der Einfachheit halber jeden Roman in dem Jahr angesiedelt, in dem er ihn geschrieben hat.

Aber als alter Parker-Fan wird es Spaß machen, da mal ein bisschen zu forschen ...