Montag, 2. Februar 2015

Auf die Frage, warum ich Science Fiction beziehungsweise fantastische Geschichten schreibe

Ach, ich unterscheide eigentlich gar nicht zwischen »fantastischen« und »realistischen« Stoffen, weder als Leser noch als Autor. Selbst eine banale Geschichte über einen Buchhalter im Posemuckel der 1920er Jahre kann einen uralten Mythos neu erzählen, und ein in Los Angeles angesiedelter Detektivroman spielt eigentlich auch nur in einer ganz bestimmten Vision von dieser Stadt, der Detektiv ist ein Archetypus, Schusswaffen, Faustschläge und Autos werden auf unrealistische Weise eingesetzt. Andersherum kann das Setting eines SF-Romans greifbar real wirken. Letzten Endes sitzen wir alle einfach nur am Lagerfeuer und erzählen uns die eine große Geschichte der Menschheit, jeder mit seiner Stimme. Oder vielleicht sogar, wenn man bedenkt, was wir bisher über das Universum wirklich in Erfahrung bringen konnten, die eine große Geschichte des Lebens. Umso wichtiger, nicht damit aufzuhören und am besten Sonden randvoll mit diesen Geschichten ins All zu schießen! Genres sind dabei wurscht.

- neulich als O-Ton für einen Artikel geliefert, der in der nächsten Ausgabe von Phantastisch! erscheinen soll. Mal sehen, ob und wie viel davon verwendet werden wird!


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English summary for foreign readers: I don't believe in genre, especially not in the distinction between "fantastic" and "realistic" literature. In the end, we all just sit around the fire telling, everybody in their own voice, the one big story of humanity, or even life.

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