Donnerstag, 22. Januar 2015

Zum x-ten Mal eingetrudelt: Raymond Khoury, MENETEKEL

Der Thriller des libanesisch-amerikanischen Autors Raymond Khoury dürfte wohl meine erfolgreichste Übersetzung sein. Hardcover-, Taschenbuch- und Buchklubausgaben, und letzte Woche trudelte auch noch ein Reader's Digest Auswahlbuch ein:

(Eigenhändiger Scan vom gelieferten Exemplar. Hardcover mit Lesebändchen, 575 Seiten. Das Beste, Stuttgart/Zürich/Wien 2014)

Inhaltsbeschreibung

TV-Journalistin Gracie Logan berichtet von einem Forschungsschiff in der Antarktis über die Folgen des Klimawandels. Da erscheint über dem zerfallenden Schelfeis eine riesige Lichtgestalt. Die Wissenschaftler an Bord diskutieren das Phänomen ebenso ratlos wie die Menschen weltweit. Handelt es sich um eine Naturerscheinung oder um eine überirdische Warnung? Gracie ist entschlossen, das Rätsel zu lösen. Eine Spur führt sie in die ägyptische Wüste, wo ein Mönch seit Monaten ein geheimnisvolles Zeichen an die Wände einer Höhle malt ...

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Ich wusste gar nicht, dass es die Auswahlbücher noch gibt! Eine der Lektürequellen meiner Kindheit - meine Eltern hatten damals einen Meter davon im Regal stehen.

Das Konzept, Bücher so einzukürzen, dass vier Stück in einen Band passen, ist durchaus fragwürdig - ich habe Autorenkollegen aber früher gern empfohlen, sich das einmal genau anzusehen, mit einem Textvergleich. Dann merken sie nämlich auf sinnlich-konkrete Weise, dass immer noch etwas zu kürzen geht - und auch, was dann doch besser dringeblieben wäre. Das am eigenen Text zu beurteilen, fällt Ungeübten ja zunächst schwer. Es gilt für mich nach wie vor James Krüss' Grundsatz, nach Abschluss der ersten Fassung ein Viertel von jeder Seite zu streichen. Nicht rigide, versteht sich, aber den Geist dieses Grundsatzes halte ich immer gern ein!


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English summary for foreign readers: Raymond Khoury's MENETEKEL (The Sign) is probably my most successful literary translation. Recently, I received the, I think, fifth edition - in five years!

Kommentare:

Ulrich Elkmann hat gesagt…

"TV-Journalistin Gracie Logan berichtet von einem Forschungsschiff in der Antarktis über die Folgen des Klimawandels..."

Ein schöner Romanstoff, am besten als absurdes Theater, und nicht als Mystery-Stoff, auszuspinnen. Warum kommt mir das nur so bekannt vor?
http://zettelsraum.blogspot.de/2014/01/das-narrenschiff.html

Frank Böhmert hat gesagt…

Ja, die Schnittmenge zwischen Thriller und absurdem Theater kann groß sein!

P.S. Schöner, lustiger Text!