Samstag, 20. Dezember 2014

Voll illegal, die Jungs!

So ungefähr einmal im Jahr stolpere ich hier in Berlin über Straßenmusiker, die mich richtig glücklich machen.

Die beste Version von Pink Floyds "Wish You Were Here" habe ich einmal in der U-Bahn gehört, einfach ein Sänger mit Akkustikgitarre - Gänsehaut. Am Schluss hat seine ganze Ecke des Waggons applaudiert. Ich wollte ihn noch fragen, wie er heißt, um ihn vielleicht im Internet wiederzufinden, aber er war hochrot angelaufen und brachte Geldsammeln und fluchtartiges Verlassen des Waggons so ungefähr gleichzeitig hinter sich ...

Trotzdem, die beste Version ever, believe me. Und wer weiß, vielleicht hatte ich ja seinen allerersten Auftritt als Straßenmusiker überhaupt miterlebt.

Heute Nachmittag nun kamen ein paar lustig-wilde Gestalten durch den Waggon gelaufen, und ich dachte, oho, die sind ja schon Stunden vor ihrem Konzert am Abend richtig gut drauf - weil ich annahm, dass eine so große Truppe doch jetzt nicht in der U-Bahn Musik machen wird. Irrtum. War nämlich doch so.

Sie mischten Country und Reggae. Genial. Ich grinste glücklich und quatschte kurz mit ihnen und kaufte für'n Fünfer ihre CD.

Hört selbst, diesen Song hier aus dem Louisiana der 1930er Jahre haben sie zum Besten gegeben:



Und hier könnt ihr sie auch sehen:



Das waren ein paar fette Sonnenstrahlen an einem düsteren Dezembertag mit Sturmböen und Schneeregen!


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English summary for foreign readers: The Illegal Boys from Poland. Street musicians I've met in Berlin subway today. Check 'em out!

Kommentare:

Stefan Hoffmann hat gesagt…

Wann war denn das mit Straßenmusiker?

Ich hatte vor ein paar Monaten ein ähnliches Erlebnis. Übrigens auch mit einem Musiker, der "Wish you were here" spielte. Vielleicht nicht besser als das Original, aber wirklich verteufelt nah dran. Und ohne David Gilmours Raucherhusten.

Es waren vielleicht 10 Leute im Wagen. Hat sich trotzdem gelohnt vermutlich, denn es hat wirklich jeder was gegeben.

Frank Böhmert hat gesagt…

Na, Stefan, vielleicht hast du ja denselben Mann erlebt! Bei mir war das, schätze ich, irgendwann im Frühjahr oder Sommer 2013; ist also schon ein Weilchen her. Der Musiker war glattrasiert, am ganzen Schädel, und trug einen dicken dunklen Kapuzenpulli - er sah so gar nicht nach jemandem aus, der gleich ein Hippie-Stück intonieren würde; umso überraschter war ich dann.