Freitag, 31. Oktober 2014

Gelesen: Joe R. Lansdale, Timothy Truman und Sam Glanzman, JONAH HEX - SHADOWS WEST (USA 1999)

Sagt selbst: Was könnte hier an Halloween passender sein als die Lesenotiz zu einem Gruselwestern?

Worum geht's?

Der entstellte langhaarige Abenteurer Jonah Hex stolpert über einen Zirkus, der sich eine Indianerin als Sexsklavin hält. Es gilt, die Squaw und ihren sehr seltsamen Säugling zu befreien und die beiden zu ihrem Stamm zurückzuführen.

Wie ist der Comic erzählt?

In drei Heften als eine Mischung aus Abenteuer und Komödie.

Was gefiel nicht so?

Die Zeichnungen sind nicht mehr locker, sondern flüchtig.

Die erzählerische Derbheit, die ich in den ersten beiden Staffeln sehr virtuos eingesetzt fand, siehe hier und hier, ist einer, hm, nennen wir's mal Abschaum-Räudigkeit gewichen, die mir keinen Spaß mehr macht.*) Mit so etwas hatte ich schon bei manchen Undergroundcomix der 1970er Jahre zu kämpfen.

Was gefiel?

Die Indianer kommen nicht als Projektionsfläche, sprich: Edle Wilde rüber, sondern bleiben herrlich fremdartig.

Gute Stelle?

Es gibt mehrere sehr schöne Wendungen, die mich wirklich überrascht haben - und die ich hier natürlich nicht ausbreiten werde.

Zu empfehlen?

Eher nicht. Vor allem, weil auch noch die Zeichnungen so nachgelassen haben.

Wo aufgestöbert?

Doubletten-Geschenk vom guten Molosovsky, gelesen im August:

(Eigenhändiger Scan vom gelesenen Exemplar. Heft 3 von 3. Vertigo/DC, New York 1999)

Und sonst?

Reizen mich solche Gruselwestern aber gerade - ich schiele schon zu dem kürzlich erschienenen DIE SECHSTE WAFFE von Bunn/Hurtt rüber ...


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*) Dass es so kommen würde, hätte ich mir allerdings denken können: Zum ersten Mal stand ein "Suggested for mature readers" auf dem Umschlag. Ich bin kein solcherner "erwachsener Leser"; ich arbeite schwer an der Bewahrung eines kindlichen Herzens, zum Beispiel Filme "ab 16" schaue ich selten, "ab 18" so gut wie nie.


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English summary for foreign readers: I didn't enjoy reading JONAH HEX - SHADOWS WEST because the artwork wasn't laid-back anymore, but sketchy, and the storytelling wasn't coarse anymore, but, say, scum-scabious. This third Hex miniseries reminded me of some of the lesser good underground comix of the 1970s.

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