Montag, 1. September 2014

Wie man künstlerische Integrität auch dort wahrt, wo es wehtut

Liebe Verlage,

bevor ihr noch einmal an Kinderbuchklassikern wie PIPPI LANGSTRUMPF oder DIE KLEINE HEXE herumdoktert, nehmt euch ein Beispiel an Warner Bros., die ihren klassischen Zeichentrickfilmen heutzutage das hier voranstellen:

(Quelle: Best of Imgur, via Molosovsky)

StehgreifStegreif-Übersetzung von mir:

Die Trickfilme, die Sie gleich sehen werden, sind ein Produkt ihrer Zeit. Sie zeichnen mitunter ethnische und rassische Vorurteile nach, die in der amerikanischen Gesellschaft weitverbreitet gewesen sind. Diese Darstellungen waren damals ebenso falsch wie heute. Zwar repräsentiert das Folgende nicht die Sicht von Warner Bros. auf die heutige Gesellschaft, dennoch werden diese Trickfilme so gezeigt, wie sie ursprünglich geschaffen worden sind, weil jeder andere Umgang damit der Behauptung gleichkäme, solche Vorurteile hätten nie existiert.

So macht man das!

Eigentlich ganz einfach, oder?

Herzlichen Gruß,
Frank Böhmert

Kommentare:

gero hat gesagt…

Ach Frank - du glaubst doch nicht ernsthaft, dass der urdeutsche Bedenkenträger an sich auf eine solche Lösung kommen oder sie gutheißen (oder womöglich gar übernehmen) kann. Eine Lösung, die mir nebenbei bemerkt ebenfalls ausgesprochen gut gefällt.

P.S.: Entschuldige die Korinthenkackerei, aber fang jetzt bitte nicht auch noch mit diesem "Stehgreif"-Blödsinn an. Der Stegreif, aus dem man etwas tut, hat nichts mit stehen oder einem Greif zu tun.

Frank Böhmert hat gesagt…

Danke für die Korinthenkackerei, Gero - wieder was gelernt!

Kringel hat gesagt…

Wäre es nicht Sache der Eltern, ihren Zöglingen zu verklickern, warum es heute möglicherweise nicht OK ist, wenn jemand als [sexistische, rassistische oder sonstwie politisch unkorrekte Formulierung hier einfügen] bezeichnet wird? Oder werden solche Hinweise gar für ERWACHSENE benötigt? Au Backe...

Frank Böhmert hat gesagt…

Nix au Backe, Kringel, derartige Hinweise oder gar Bearbeitungen werden selbstverständlich für Erwachsene gemacht. Ich weiß, du meinst das anders. Dennoch: Es sind ja erwachsene Bürger, die solche Bereinigungen von den Verlagen verlangen - siehe die entsprechenden Diskussionen Anfang 2013 in den Medien.