Donnerstag, 18. September 2014

Oha, Stilkritik!

Drüben im Perry-Rhodan-Forum hat jemand genüsslich meinen Neo-Roman zerpflückt.

Wenn ich mir das so anschaue, kommt mir unwillkürlich die Faustregel in den Sinn, die mir einmal der damals noch viel erfahrenere Autor und Übersetzer Jörn Ingwersen für den Umgang mit Lektoratsanmerkungen beigebracht hat: Ein Drittel sind Verbesserungen, ein Drittel sind Geschmackssache, ein Drittel sind Verschlechterungen. Da bin ich dann fast immer gut damit gefahren, mich für die Verbesserungen zu bedanken, die Geschmackssachen einfach durchzuwinken und mir für Verschlechterungen, die ja Hinweise auf Stellen sind, die nicht richtig funktionieren, dann eben noch eine Alternative auszudenken, die beide Seiten zufriedenstellt.

Ich glaube nun nicht, dass in den Auflistungen des stilbewussten Foristen ein Drittel tatsächliche Fehler enthalten sind, aber an mindestens zwei Stellen - die "Handvoll", das "unter dem Radar bleiben" - sitzt seine Kritik. Autsch! Danke dafür nach drüben!

Ansonsten werde ich den Verdacht nicht los, dass er einfach nicht empfänglich für meine Art zu erzählen ist; alles, was ich sprachlich gelungen finde, kommt in seiner Wahrnehmung gar nicht vor, und wenn ausnahmsweise doch, dann negativ. Schluchz.

Aber ist schon okay.

Wirklich.

Die Leute müssen meinen Stil ja nicht toll finden.

Sie sollten natürlich, klar.

Aber sie müssen nicht.

Echt nicht.

Ehrlich!

Ich schwöre.

Kommentare:

Jasper hat gesagt…

Och Menno. Also. Echt mal. *seufz* Ich würde dem Pflücker gerne irgendwas irre Sarkastisches entgegenhalten, aber ich fühle mich plötzlich müde ... so müde .. Da bleibt mir nur, dem Böhmert zu sagen, dass er sich diese Selbstinszenierung nicht zu Herzen nehmen muss.

Frank Böhmert hat gesagt…

Ich halte das gut aus, Jasper, keine Sorge.

Und es freut mich im Gegenteil sogar, wenn einer so leidenschaftlich ans Lesen rangeht wie ich ans Schreiben - das heißt bloß eben noch lange nicht, dass es dann über diese Tatsache hinaus auch irgendeine Übereinstimmung gibt ... wie man sieht.

JL hat gesagt…

Auch die "Handvoll" mit Kasusangleichung ist nicht wirklich falsch: http://canoo.net/blog/2011/06/15/eine-menge-schwarze-schafe/

Nichts einreden lassen. Ich mochte den Roman.

Frank Böhmert hat gesagt…

Ich sag's mal so, JL: Es kommen im Text schlicht eine Handvoll zu viel volle Hände vor ...

Hat ansonsten eigentlich jemand am Ende des Blogeintrags dieses leise Geräusch gehört, das davon herrührte, dass ich mit der Handfläche beiläufig über die Maserung meines Baseballschlägers gestrichen habe? :-D

Christian Endres hat gesagt…

Sei stolz, wie viel Energie da in das Inhalieren deiner Geschichte gesteckt wird. Das ist ja schon nicht mehr Lesen, das ist ja schon Absorbieren! ;)

Frank Böhmert hat gesagt…

So sehe ich das auch, Christian.