Mittwoch, 3. September 2014

Gelesen: Graham Greene, DR. FISCHER AUS GENF, ODER: DIE BOMBEN-PARTY (GB 1980)

Worum geht's?

Ein Millionär feiert Dinnerpartys, auf denen er die Stammgäste endlos demütigt. Sie kommen trotzdem. Warum? Und wird sein erstmals eingeladener Schwiegersohn, der einzige nicht reiche Anwesende, die Sache sprengen?

Wie ist das Buch geschrieben?

Ich-Form aus der Sicht des Schwiegersohns, einfache Vergangenheit, ernster Grundton

Was gefiel nicht so?

Ich habe das Buch im Juni gelesen und schon so gut wie vergessen. Offensichtlich sind mir die Figuren und die Handlung also nicht erinnerungswürdig.

Was gefiel?

Es ließ sich, wie bisher jeder Roman von Greene, den ich probiert habe, gut runterschnurren.

Gute Stelle?

Ich habe mir keine markiert. Hier die ersten Sätze, Deutsch von Peter Michael und Hans W. Polak:

Ich glaube, ich habe nie einen Mann mehr gehaßt als Dr. Fischer, genauso, wie ich gewiß keine andere Frau mehr geliebt habe als seine Tochter. Wie sonderbar, daß sie und ich einander überhaupt begegneten, von Heirat gar nicht zu reden. Anna-Luise und ihr Millionärsvater lebten in Versoix bei Genf, in einer großen weißen Villa am See, während ich in Vevey als Übersetzer und Korrespondent bei einer riesigen gläsernen Schokoladenfabrik angestellt war.

Zu empfehlen?

Nö. Es gibt Bücher von Greene, die viel kompakter, fesselnder, erinnerungswürdiger sind - von Komödien wie DIE REISEN MIT MEINER TANTE, hier, bis hin zu seinem ernsten Meisterwerk EIN AUSGEBRANNTER FALL, hier.

Wo aufgestöbert?

Geschenk von Ralf Steinberg während eines SF-Dinner-Grillabends:

(Eigenhändiger Scan vom gelesenen Exemplar. Broschiert, 303 Seiten. Volk und Welt, Berlin 1984)

Und sonst?

Ich glaube, ich fand auch das Thema einfach öde. Wäre der Roman nicht von Graham Greene, ich hätte ihn in der Buchhandlung schon während der Lektüre des Klappentextes wieder weggestellt.

Als Komödie hätte mir das Ganze vermutlich mehr Spaß gemacht.

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