Dienstag, 26. August 2014

Gelesen: Joe R. Lansdale, Timothy Truman und Sam Glanzman, JONAH HEX - RIDERS OF THE WORM AND SUCH (USA 1995)

Worum geht's?

Diesmal landet der grässlich entstellte Südstaaten-Abenteurer auf der Ranch eines Lebensreformers, der die ästhetisch-radikalen Vorstellungen Oscar Wildes in den Wilden Westen bringen will. Das Cowboyleben wird aber massiv von seltsamen "Würmern" gestört, die dort unter der Erde lauern. Lovecraft und die Großen Alten lassen grüßen!

Wie ist der Comic erzählt?

Als hätten sich Robert E. Howard und H.P. Lovecraft zusammengetan und beschlossen, mal einfach nur Spaß zu haben - aberwitzig, sarkastisch, übermütig, finster.

Was gefiel nicht so?

Mir ist das alles ein, zwei Zacken zu kaputt, um rundum gefallen zu können. So wie es mir früher mit vielen Underground-Comix ging.

Was gefiel?

Lansdale ist einfach ein glänzender Erzähler, Truman hat einen virtuosen, lockeren Bildaufbau und Strich, und Glanzman als Tuscher schwingt den Pinsel äußerst lässig und doch präzise.

Mir gefielen diesmal besonders die Dialoge zwischen Jonah Hex und dem Kid. Der eine ist wortkarg, trocken und bitter, der andere vorlaut, frech und lebenslustig. Das glänzt und funkelt!

Gute Stelle?

Beim Einzug auf die Ranch singen die Cowboys. Ihre Songs gefallen dem Boss und Lebensreformer nicht. Band 2, gezeichnete Seite 16:

(Eigenhändiger Scan vom gelesenen Exemplar)

Der Kontrast zwischen der gesalbten Moralpredigt und dem schweigenden Nasebohrer im letzten Bild - herrlich!

Zu empfehlen?

Ja. Doch.

Wo aufgestöbert?

Geschenk vom guten Molo - die Geschichte habe ich bei der Lesenotiz des ersten Fünfteilers schon erzählt, siehe hier.

(Eigenhändiger Scan vom gelesenen Exemplar, beispielhaft Band 2 von 5. Heftformat, ohne Seitenzahl. DC/Vertigo, New York 1995)

Und sonst?

Nix.

Doch: Wäre Lansdale mehr Hippie, er wäre perfekt.

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