Mittwoch, 28. Mai 2014

Zentralflughafen, Ebene minus drei

Wenn ich Science Fiction schreibe, bietet sich nicht oft Gelegenheit, draußen in der wirklichen Welt zu recherchieren.

Vor rund zehn Jahren ist mir das einmal gelungen; da habe ich auf Einladung eines Perry-Rhodan-Lesers seinen Arbeitsplatz, die EADS in BremerhavenBremen, besucht und dort unter anderem in einem Modul der Internationalen Raumstation gestanden - das war beeindruckend.

Neulich nun merkte ich unterm Schreiben meines Perry-Rhodan-Neo-Romans, dass mir die Beschreibung einer Örtlichkeit zu unsinnlich geriet, und ich sagte mir, Mensch, ich muss mir diese unterirdischen Anlagen vom Flughafen Tempelhof einmal ansehen gehen! Ich muss da drin gewesen sein!

Gesagt, getan. Um 9 Uhr 55 recherchierte ich im Netz; eine gute Stunde später schon wanderte ich unter fachkundiger Führung des Historikers Stefan Kniestedt zusammen mit vielleicht zwanzig europäischen Journalisten durch die drei Tiefgeschosse und auch hoch bis unters Dach.

Nun weiß ich, wie es dort riecht, wie die Temperaturen in den verschiedenen Bereichen sind; ich kenne die verschiedenen Stadien des Zerfalls und Erhalts; ich weiß nicht nur, wie die touristisch interessanten Orte aussehen (der Filmbunker, der Luftschutzbunker mit den Wilhelm-Busch-Motiven etc.), sondern auch, wie die Gänge gestaltet und ausgestattet sind ...

Ich weiß jetzt, wie es sich anfühlt, dort unten zu sein, wo einige entscheidende Szenen meines Neo-Romans spielen.

So etwas hilft mir immer sehr, und ich finde es auch wichtig, meine Geschichten derart zu erden.

Ich darf nun behaupten, dass ich sämtliche Orte, an denen mein Neo-Roman spielt, selber schon besucht habe - außer diejenigen natürlich, die noch gar nicht gebaut sind :-D

Übrigens kann man sich eine ganz ähnliche Führung auch als Normalmensch gönnen; schaut mal auf diese Seite dort. Heißer Tipp für einen Ausflug!

Kommentare:

JL hat gesagt…

Finde ich total einleuchtend -- aus genau demselben Grund (Geruch, Temperatur ...) war ich mal in den Pariser Katakomben :)

Freue mich auf den Roman.

ertrus55 hat gesagt…

Hab ich ja jetzt erst gelesen, aber besser spät als nie.
Hier die Korrektur: Mein Arbeitsplatz ist in Bremen.

Grüßle

Frank Böhmert hat gesagt…

Besser spät als nie, genau. Habe ich gleich mal korrigiert, ertrus55. Danke!