Montag, 5. Mai 2014

Ha! Ich wusste es!

Seit Mitte der 1980er Jahre erzähle ich jedem, der sich mit mir über Samuel R. Delany unterhält, dass der Gute von Lawrence Durrell beeinflusst sein dürfte - oder zumindest stilistisch auf dieselben Ideen gekommen ist wie Durrell. Die Schnittmenge hinsichtlich der Art, wie beide Autoren Stimmungen beschreiben, ist einfach riesengroß, und wie wir den Tagebucheinschüben in Delanys frühen Romanen entnehmen können, hat er sich damals auch, ganz wie Durrell, gelegentlich auf den griechischen Inseln aufgehalten - und was läge näher für einen New Yorker Vielleser, als sich zur Recherche das Werk von jemandem vorzunehmen, der viel über den Mittelmeerraum geschrieben hat und gerade von den Ostküsten-Intellektuellen abgefeiert wird?

Nun lese ich in der jüngst auf Deutsch erschienenen Autobiografie von Delany:

Doch die Sehnsucht - vermischt mit Erinnerungen an [...] Dur[r]ells Alexandria-Quartett - blieb, auch als ich längst wieder zwischen die Mietskasernen und schattigen Straßen abgetaucht war (S. 149)

Ich hab's gewusst. Es war einfach zu spüren.

(Quelle: Verlag)

Jetzt fehlt nur noch, dass einmal jemand nachweist, dass Philip K. Dick, der ja angeblich Deutsch lesen konnte, tatsächlich Heinrich Spoerl gelesen hat - genau das vermute ich nämlich auch schon seit zwanzig Jahren. Aber leider habe ich noch nie irgendwo eine Liste der deutschen Bücher in Dicks Handbibliothek oder ähnliches gesehen. Die Parallelen zwischen DER MAULKORB und DER HEIMLICHE REBELL sprangen mich damals bei der Lektüre jedenfalls förmlich an.


P.S. Wer wissen will, was dieses ominöse ALEXANDRIA-QUARTETT sein soll, schaue dort. Ein Klassiker des 20. Jahrhunderts, auf Deutsch leider nur ein Geheimtipp.

Keine Kommentare: