Montag, 12. März 2012

Gelesen: Josef H. Reichholf, RABENSCHWARZE INTELLIGENZ (D 2009)

(Eigenhändiger Scan vom gelesenen Exemplar)

Worum geht's?

Laut Untertitel darum, "[w]as wir von Krähen lernen können". Das ist aber Quatsch. Es geht um eine Art Ehrenrettung der Krähenvögel durch einen Zoologen und Vogelkundler.

Wie ist das Buch geschrieben?

In den Anekdoten lebendig, in den populärwissenschaftlichen Abschnitten offensichtlich sorgfältig, in den naturschutz- und jagdpolitischen Abschnitten meinungsfreudig.

Was gefiel nicht so?

Die mitunter ausführliche Biologie. Aber dafür kann der Autor nichts. Bei biologischem Kleinklein fange ich an zu schielen; das war schon zu Oberschulzeiten so. Hätten wir eine weniger hübsche Biolehrerin gehabt, wäre ich in diesen Stunden garantiert oft eingeschlafen.

Was gefiel?

Die sachkundig und humorvoll geschilderten Anekdoten. Der klare Stil.

Gute Stelle?

Jetzt wollt ihr natürlich eine der tollen Anekdoten hören, zum Beispiel die vom braven Mao, der einem Hund auf äußerst geschickte Weise "nichts tut". Aber um die zu lesen, müsst ihr schon ins Buch gucken!

Die folgende Stelle auf Seite 169 ließ mich als überzeugten Großstadtdschungelbewohner mal wieder die Faust recken:

[Die] Häufigkeit der Singvögel [...] liegt in den Städten weitaus höher als draußen auf dem Land. Aus Stadtparks und großen innerstädtischen Friedhöfen sind sogar die höchsten Siedlungsdichten von Singvögeln überhaupt gemeldet worden. Über 1500 Brutpaare pro Quadratkilometer können das sein. Diese Menge übertrifft die Häufigkeit von Singvögeln in den tropischen Regenwäldern um das Drei- bis Fünffache. Sie liegt um das Fünfzigfache höher als in der offenen Feldflur Mitteleuropas!

Ha! Haha!

Zu empfehlen?

Aber ja doch. Das dürfte so ziemlich das deutsche Standardwerk über die Krähenvögel sein.

Wo aufgestöbert?

Wir hatten hier vor Ort mal ein lustiges "Tauschhandel"-Erlebnis mit Krähen oder Elstern. Nachdem ich darüber in meinem Blog geschrieben hatte, hier, wurde mir in den Kommentaren dieses Buch empfohlen. Meine Liebste hat's dann gekauft.

Etwas Besonderes aus der Lektüre mitgenommen?

Einen Literaturtipp: B. Heinrich, RAVENS IN WINTER. Heinrich hat in Maine nahe bei Krähenvögeln gelebt und erforscht, wie sie unter winterlichen Extrembedingungen auf Lösungen fürs Überleben kommen - unter anderem Werkzeuggebrauch und Zusammenarbeit.

Keine Kommentare: