Mittwoch, 21. März 2012

Ein Leipzig-Foto!

Eines nur, aber dafür ein besonders schönes! Hier sind Miriam Hofheinz und ich am Golkonda-Stand:

(Ausschnitt eines Fotos von Karlheinz Schlögl vom Golkonda Verlag)

Miriam hat früher mal für die Perry-Rhodan-Redaktion gearbeitet, daher kennen wir uns, und ist seit inzwischen zehn Jahren an vorderster Front dabei, den deutschen eBook-Markt aufzubauen, derzeit bei Bookwire.

Ich bin ja nicht so der eBook-Mann, wie ihr wahrscheinlich wisst. Aber putzig fand ich, dass sich meine Meinung über die Änderung im Konsumverhalten, die mit diesem neuen Medium stattfinden wird, absolut mit der eines eBook-Profis wie Miriam deckt. Sie erzählte nämlich, dass sie an sich Folgendes festgestellt habe: Sie kaufe keine billigen Taschenbücher mehr wie früher, sondern lese entweder eBooks oder gönne sich ein richtig gut gemachtes, edles Buch, am besten mit Lesebändchen und schönen Vorsatzblättern oder Klappen etc.

Genau das ist auch meine Vermutung. Wertige Bücher werden nicht aussterben - im Gegenteil, sie werden eine Blütezeit erleben.

Und wer weiß, zu welcher besonderen Kunstform die eBooks eines Tages führen werden; das ist überhaupt noch nicht abzusehen.

Oder hat damals, als der Untergang des Kinos durch das böse Fernsehen befürchtet wurde, irgendjemand absehen können, dass eines Tages eine solche Fülle höchst komplexer Fernsehserien entstehen würde?

Mal abgesehen davon, dass das Kino immer noch lebt.

Kommentare:

Enpunkt hat gesagt…

Ha! Schickes Foto, guter Kommentar.

Kringel hat gesagt…

E-Books sind einfach nur eine neue Darreichungsform für denselben Inhalt - mit Stärken und Schwächen. Wobei die Stärken überwiegen. "Bloß weg hier" habe ich z.B. in der Kindle-Edition gelesen, weil ich das Buch in einem bestimmten Moment unbedingt haben wollte, es aber nicht kaufen konnte (ich saß im Zug). Musste nur einfach den Kindle anknipsen, das Ding im Shop anklicken, und eine Minute später konnte ich es lesen. Ohne Kindle wäre das nicht möglich gewesen, und nach Ende der Fahrt wäre ich vielleicht nicht mehr so heiß auf das Buch gewesen und hätte es gar nicht gekauft - da soll noch einer sagen, E-Books seien böse!

Ansonsten bin ich so ziemlich derselben Ansicht wie du. So lese ich z.B. nur die Kindle-Versionen von PR Neo, denn außer Text haben die Taschenhefte nichts zu bieten. Ich kaufe aber immer noch die Heftromane der Erstauflage, weil da Risszeichnungen, Reports usw. drin sind, die bei den E-Book-Versionen fehlen. Auch würde ich nicht auf schöne bibliophile Ausgaben verzichten wollen. Ich nutze halt beides - E-Books und "normale" Bücher. Das eine schließt das andere ja nicht aus.

Frank Böhmert hat gesagt…

Kringel, ich bin mir nicht sicher, dass eBooks einfach nur eine neue Darreichungsform bleiben werden. Ich könnte mir gerade für den deutschsprachigen Raum zum Beispiel eine Renaissance der Kurzgeschichte vorstellen. Anthologien kauft kein Aas, aber vielleicht werden manche Autoren kürzere Texte einfach als eBooks anbieten - so wie man heute einzelne Songs kaufen kann. Dazu müssen die deutschen eBooks natürlich noch billiger werden. Etwas Ähnliches könnte ich mir auch für Fortsetzungsgeschichten vorstellen, aus denselben Gründen. Das wird noch spannend werden.

Jochen Schwarzer hat gesagt…

Die hohen eBook-Preise gelten ja nur für Werke, die auch gedruckt erscheinen. eBook-Erstveröffentlichungen und "Single-Auskopplungen" sind schon jetzt spottbillig (und in großer Fülle vorhanden).

Frank Böhmert hat gesagt…

Ach so? Und gibt's dann auch die neueste, frisch entstandene Geschichte von, sagen wir, Ralf Rothmann einzeln zu kaufen?

Jochen Schwarzer hat gesagt…

Noch tastet sich Rothmanns Verlag mit Reportagen auf dieses Terrain vor:

http://www.suhrkamp.de/edition-suhrkamp-digital/sperrzone-fukushima_802.html

Aber wer weiß, was die als Nächstes rausbringen.
Wie Du schon sagtest: Das wird noch spannend werden.

Anonym hat gesagt…

Ja, da gibts ja doch noch ein Highlight auf dem diesjährigen Herzbergfestival: Frank B.aus B. kommt ins Lesezelt!!!!
Die Freaks wollen ihn noch zu einer besonderen Session überreden:
(...)Dafür freue ich mich auf Frank Böhmert. Hab' ihn 2010 kurz kennengelernt - ist ein netter. Und hat u.a. den Herzberg in seinen Perry Rhodan-Schreibereien verewigt. Vielleicht kann man ihn ja zu einer spontanen Space-Session überreden - so mit Science-Fiction-Lesung, Elektronikgeblubber, Saxofongetröte, Bassgehämmer, Echoslide-Gitarreneffekte (...)Zitat von "Heartfieldjohnny"
Wir werden jedenfalls "den Chinesen" und "Bloß weg hier" dabei haben, in der Hoffnung, dass du uns eine kleine Widmung reinschreibst...
Liebe Grüße Karin+Georg

Frank Böhmert hat gesagt…

Hey Karin, hey Georg! Schön, von euch zu hören! Na und ob ich euch Widmungen reinschreibe, aber hallo! Also vorausgesetzt, Georg, du verwandelst dich nicht wieder so, dass ich dich nicht erkenne ... Das war ja sehr lustig letztes Jahr auf der Loreley - so blöd komme ich mir selten vor, hehe. Die Freaks haben ja meine E-Mail-Adresse und können sich einfach melden; mal schauen, was sich dann so anstellen lässt :-)