Dienstag, 10. Januar 2012

Uff! Endlich mal eine Kritik, in der auch Kritisches steht

Manfred Müller, Grafiker und Leseratte, hat BLOSS WEG HIER! besprochen, und obwohl er Nettigkeiten wie diese hier sagt

Nur ein Tag im Leben zweier Jungs, aber ein wichtiger Tag voller Fehler und der Gelegenheit, was richtig zu machen. Dieser Aspekt hat mir wirklich gut gefallen

und zu dem erfreulichen Fazit kommt

1973 bin ich auf der Autobahn Rollschuh gelaufen. Ich hatte es vergessen. Jetzt weiß ich es wieder. Danke

hatte er auch seine Probleme mit meinem Roman:

Warum aber habe ich dieses seltsam unzufriedene Gefühl, als ich das Buch zuklappe? Es sieht alles rund aus: die äußerst gefällige Verpackung (Golkonda überzeugt mit liebevoller Ausstattung!), eine gefühlvoll formulierte Erzählung, die ein stimmiges Schlaglicht auf eine seltsam graubraune Zeit in unserer Vergangenheit wirft (irgendwann kurz vor dem Anbruch des Heute), ich bin ansatzweise dabei, wünsche Bernd, daß er gesund bleibt, und Olli, daß ihm endlich jemand zuhört, wirklich zuhört. Aber ich bin nicht wirklich drin in der Geschichte, so wenig, daß mich Fragen nach der Plausibilität irgendwelcher zweifelsohne gut recherchierter Details rausreißen.

[...] [Es] liegt daran, daß Olli selbst erzählt, und zwar der erwachsene Oliver Karsunke. Der sich unablässig selbstreflektierende Oliver Karsunke quatscht immer wieder in die Olli-Geschichte rein und das stört mich. Mich interessiert Olli in seinem Universum, in seinen kleinen Welten: das kleine West-Berlin, dieser fragile Mikrokosmos, der sich sogar ein Stück Autobahn leistet (die aber viel älter ist als die Teilung – wissen wir), die kleine Olli-Welt mit den ignoranten Eltern, den verhaßten Lehrern und den zu wenigen Freunden, das nach innen gekehrte kleine Olliversum voller Träume (einer wie Schliemann werden, Schlagzeilen in der B.Z. kassieren) – die Kommentare des großen Oliver brechen diesen kleinen Kreis immer wieder auf.

Als einleitenden Erzähler und als Autoren des Epilogs hätte ich den großen Karsunke hingenommen, doch mittendrin führt seine Anwesenheit und Besserwisserei dazu, daß die Geschichte immer wieder aus dem Tritt gerät und gefühlt in Häppchen zerfällt.

Die vollständige Rezension könnt ihr beim Fandom Observer lesen, hier.

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