Mittwoch, 4. Januar 2012

Gelesen: H. Beam Piper, LITTLE FUZZY (USA 1962)

Worum geht's?

Ein selbständiger Prospektor stolpert auf einem Planeten über Wesen, die ihm intelligent vorkommen. Dann müssten die Ausbeutungsrechte eingeschränkt werden. Das gefällt aber dem Konzern nicht, der seit Jahren gewaltige Summen in dieses Projekt steckt.

Wie ist das Buch geschrieben?

Mit Humor; es passt in das alte, heute kaum noch bekannte Genre der "heiteren Romane". Piper kommt es nicht auf Action an, sondern auf die innere, thematische Spannung. Den Dialogen wird viel Raum gegeben. Ebenso den Positionen; praktisch jede wichtigere Figur wird auch mindestens einmal aus der Innensicht beschrieben.

Was gefiel nicht so?

Weniger Perspektivwechsel hätten dem Buch gut getan - zumal Piper es nicht immer geschafft hat, Zerrbilder zu vermeiden. Wozu einen "Bösewicht" aus der Innensicht zeigen, wenn er dann auch immer noch nur "böse" ist?

Was gefiel?

Das Heitere. Der knorzige Prospektor. Die Fuzzys. Die zahlreichen kleinen Rätsel und Überraschungen. Und dass Piper das Ganze sehr unaufgeregt angelegt hat, obwohl es immerhin um die Gefahr eines Völkermords geht.

Gute Stelle?

Ich habe mir keine markiert. Also präsentiere ich wieder einmal den ersten und den letzten Satz. Der erste:

Jack Holloway found himself squinting, the orange sun full in his eyes.

Der letzte:

Later, when they learned how, they would give their help, too.

Zu empfehlen?

Doch, durchaus. Wer gern ruhige, leise, humorvolle Lektüre hat, kann damit etwas anfangen. Es ist eine - nennen wir es: - liebevolle Art von Science Fiction.

Wo aufgestöbert?

Hannes Riffel hatte, als ich ihn im Sommer besucht habe, im Garten gerade einen Sammelband mit den Fuzzy-Romanen am Wickel und sich sehr positiv darüber geäußert.

Und John Scalzi hat vor kurzem - ermöglicht durch das amerikanische Copyright - eine Neufassung dieses Romans veröffentlicht. Tkl von der Propellerinsel hat im Oktober in Vorbereitung einer Rezension des Scalzi-Romans erst einmal das fünfzig Jahre alte Original gelesen, siehe hier.

Da habe ich mir dann eine schöne alte Ausgabe bei Amazon Marketplace besorgt, siehe unten. (Für mich keine kostenlosen eBooks gemeinfreier Texte, danke!)

Etwas Besonderes aus der Lektüre mitgenommen?

Ich mag dieses alte Genre der heiteren Romane. Sie sind das genaue Gegenteil dieser heute so beliebten kaputten Thriller. Es juckt mich, selber mal so ein Teil zu schreiben!

(Bild: Eigenhändiger Scan des gelesenen Exemplars)

1 Kommentare:

  1. Die Fuzzy-Romane fand ich beide toll; auf die Scalzi-Neufassung bin ich gespannt. Daheim liegt sie auf dem Lesestapel. Aber eine schöne Ausgabe von H. Beam Piper auf deutsch, das wäre was ...

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