Dienstag, 11. Oktober 2011

Großstadtdschungel

Okay, als erstes kam heute während des Lüftens beim Frühstück eine Krähe ins Kinderzimmer geflogen, um unsere Wellensittiche zu fressen. Wir hörten den Lärm, den die Sittiche in ihrem Käfig machten, und retteten die Armen vor einem Herzinfarkt.

Dann, als ich vom Lebensmitteleinkauf zurückkehrte, huschte eine Katze zwischen meinen Beinen durch und drang in die Wohnung ein, um unsere Wellensittiche zu fressen, die zum Glück noch zu faul gewesen waren, aus dem inzwischen offenen Käfig zu kommen. Lachend verfrachteten wir die Katze aus dem Kinderzimmer in die Küche und gaben ihr ersatzweise einen Schluck Milch und einen Happen Leberwurst. Jetzt, während ich dies schreibe, erkundet sie das Büro.



Auf einmal schmatzt es, ich gehe gucken, und was ist passiert?

Sie hat sich über die Krähengeschenke vom letzten Winter hergemacht! Siehe hier. Wir hatten sie als Andenken auf einem Tellerchen zwischen den Grünpflanzen verwahrt.

Großstadtdschungel, aber hallo!

Und wo wir es gerade von Dschungel haben, fällt mir mein (inzwischen nicht mehr ganz so) artenreicher Schreibtisch ein: Die Triffids, siehe hier, haben immer noch nicht wieder aufgehört zu blühen. Sie schieben immer noch Kollegen nach. Vielleicht streben sie ja doch nach der Weltherrschaft.

Kommentare:

tkl hat gesagt…

Das war keine Amateurkatze. Das war Teil einer bundesweiten Werbekampagne des Heyne-Verlages mit dressierten Katzen für John Scalzis H.-Beam-Piper-Reboot "Der wilde Planet" (im Original "Fuzzy Nation") und für Scalzis Lesereise.

Frank Böhmert hat gesagt…

Das war durchaus eine sehr professionelle Katze! Sie kam später nochmal, hechtete sich bis ins Kinderzimmer durch und hängte sich an den Vogelkäfig, der dann mit ihr zusammen vom Regal runterbretterte.

Allerdings knackte er nicht auf, weil ich Qualität gekauft hatte, hehe. Das Ergebnis war, außer wild flatternden Vögeln, eine trinknapfnasse, mit Vogelsand bestäubte Katze.

Trotzdem will sie morgen wiederkommen, das hat sie uns deutlich zu verstehen gegeben.

Definitiv keine Amateurkatze!

tkl hat gesagt…

"From his viewpoint, Holloway saw the cat thing fling itself away from the window. Less than a second after that, Holloway could hear the sounds of many things breaking." (Scalzi, "Fuzzy Nation", page 33)

Frank Böhmert hat gesagt…

Okay, das klingt schon sehr danach, dass wir uns eine Heyne-Werbekatze eingefangen haben!

Kringel hat gesagt…

Vorsicht mit Katzen! Wenn die erstmal anfangen, deine Wohnung als Bestandteil ihres Reviers zu betrachten, dann sind sie regelmäßig zu Gast. Ist mir so von 1996 bis 2010 ergangen.

Wusstest du übrigens, dass man wilde Katzen nicht anfüttern darf? Da kann sogar ein Bußgeld drohen...

Frank Böhmert hat gesagt…

Na, nach der Aktion mit dem Vogelkäfig hat unser jüngster Sohn ein Wohnungsverbot ausgesprochen! Ansonsten gehört sie übrigens zu Leuten schräg übern Hinterhof. Ist keine Wildkatze, ist nur wild drauf!

Kringel hat gesagt…

Kringels Freundin möchte übrigens gern wissen, wie die Katze heißt...

Frank Böhmert hat gesagt…

Das lässt sich rauskriegen! Kann aber ein paar Tage dauern.

Frank Böhmert hat gesagt…

Ging ganz schnell, weil es meine Familie längst wusste: Sie heißt Fusel. Nicht Wusel, sondern Fusel. Wusel hieß ihre ebenso unternehmnungslustige Schwester, die aber inzwischen verschollen ist.