Donnerstag, 6. Oktober 2011

Die deutsche Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

Mann, Mann, Mann, da hatte Molosovsky aber mal wieder eine gute Idee! Das Folgende hat er lässig in eine Folge seiner Regalwanderungen eingeflochten:

daneben steht der »Südöstliche Bildersaal« des unvergleichlichen Fürst Pückler (mein erster Kandidat für eine deutsche ›Liga der außergewöhnlichen Gentlemen‹).

(Quelle: hier)

Irgendwie will mir das gar nicht mehr aus dem Kopf gehen. Wie sähe sie aus, so eine deutsche Liga seltsamer Helden aus Wirklichkeit und Dichtung?

Was meint ihr? Wäre Meyrinks Golem dabei? Eine Figur von E.T.A. Hoffmann, Spalanzani vielleicht, der Schöpfer der mechanischen Olimpia? Der Doktor Faust? Und was für Abenteuer würden sie erleben?

Mehr Zeit zum Rumspinnen müsste man haben!

Kommentare:

molosovsky hat gesagt…

Na das freut mich, dass einer meiner beiläufig verstreuten Ideen bei Dir so feine Rummspinnlust zeitigt. — Für den Anfang einer ›Deutschen Liga der außergewöhnlichen Gentleman‹ verwiese ich auf den zweiten Band der gesammelten LGX-Werke der Meister Moore und O’Neill, in welchem sich »The New Traveller’s Almanac« befindet. Auf 44 dreispaltigen Seiten (mit vielen Illus) findet sich da Fiktiv-Phantastisches aus aller Herren Länder. In »Chapter Two – Europe: From Aiolio to Zelda« gibt es auch einige Absätze über die deutschsprachigen Gefilde, und erwähnt werden Figuren wie z.B. Kater Murr, Zaches (alias: Zinnober) und (Jean Pauls) Maria Wuz.

Luftpirat Kapitän Mors mit seinem lenkbarem Luftschiff wird in der Comicstory von Band (ich glaube) Eins mal erwähnt. — Dass die Gebrüder Grimm veritable Phantastik-Abenteurer abgeben würden, hat ein Film von Terry Gilliam ganz gut nahegelegt. — Für mich müssten neben Faust und Murr unbedingt noch mit von der Partie sein: Eulenspiegel, Dr. Mabuse, ein Vorfahr von Balthasar Matzbach (oder Matzbach selbst … Zeitmaschine?), Qualtingers Travincek und natürlich Pumukel!

tkl hat gesagt…

Der Golem? Ja, wunderbar! Aber den widerlichen Zaches? Der würde doch alle Aufmerksamkeit von allen anderen im Team abziehen, wäre also die wandelnde Bankrottgefahr. Den müsste die Truppe dann sehr vorsichtig im Käfig halten, um ihn nur in Sondersituationen dosiert zum Einsatz zu bringen. (Konfliktpotenzial ohne Ende.)

Chamissos Peter Schlehmihl wäre dagegen ein unverzichtbares Mitglied (schon der Finanzierung der Truppe wegen).

Viele Damen werden wie bei Moore wohl nicht erwünscht sein, aber Undine ist unabweisbar. Das weiche Wasser bricht den Stein usw.

Als mysteriöse wild card wäre z.B. noch Freys Solneman denkbar.

Begeisterte Grüße,

tkl

Frank Böhmert hat gesagt…

Konfliktpotenzial ist immer gut, und Käfighaltung wäre bei so einem Sujet auch nicht das Falscheste, hehe. Und mehr Damenwelt zum Einsatz kommen zu lassen, könnte ja eine der dringend benötigten deutlichen Absetzungen von den originalen Gentlemen sein, super!

Frank Böhmert hat gesagt…

Per E-Mail eingetrudelt:

"doch Vorsicht! Meyrinks Golem ist eine ganz andere Figur als der Golem aus den Prager Sagen, ist eher nur ein Schemen, ein Geist ...
eine tolle Figur, die dabei sein könnte, wäre jedoch ALRAUNE (Hanns Heinz Ewers, ca. 1911)
und als Bösewicht: Doktor Mabuse (1920), der Autor war immerhin deutschsprachig ..."


Und ein paar Minuten später:

"ach, und da fällt mir noch ein: statt Allan Quartermain haben wir Deutschen natürlich Old Shatterhand/Kara Ben Nemsi! Oder eben gleich Karl May höchstpersönlich, der sich für seine Helden hält!"