Mittwoch, 24. August 2011

"Spensers vorerst letzter Fall"

... so hat Perry-Rhodan-Chefredakteur Klaus N. Frick seine Besprechung meiner letzten Spenser-Übersetzung überschrieben.

Im Januar 2010 verstarb der amerikanische Schriftsteller Robert B. Parker, der vor allem durch seine Spenser-Krimis bekannt geworden ist. In fast vier Jahrzehnten schuf er einen packenden Krimi nach dem anderen um seinen Helden, der mit coolen Sprüchen, ernsthafter Ermittlungsarbeit und gelegentlicher Ausübung von Gewalt seine Fälle löst. Insgesamt entstanden 38 Spenser-Romane - und mit »Trügerisches Bild« hat der Pendragon-Verlag jetzt das letzte Werk des Autors in deutscher Sprache veröffentlicht.


Für PERRY RHODAN-Fans nicht uninteressant: Übersetzt wurde der Roman von Frank Böhmert, der zu unserer Serie einige Gastromane beigesteuert sowie die ersten »Sternenozean«-Hörspiele geschrieben hat. Dem Autor und Übersetzer gelang es dabei in bewundernswerter Weise, den trockenen Stil des Autors in ein Deutsch zu übertragen, das sich genauso klar und eindeutig, mitreißend und klar charakterisierend liest wie im Original.


[...]

Wie Spenser diesen Fall aufklärt und welche düsteren Geheimnisse er aufdeckt, das alles schildert Robert B. Parker so spannend, dass ich das Buch an einem Wochenende buchstäblich »in einem Rutsch« durchlas.


Das liegt nicht nur an der Krimi-Geschichte, sondern vor allem an der Art und Weise, wie Parker seinen Helden durch die Story führt. Spenser verfügt über einen sehr trockenen Humor, den nicht jeder seiner Gesprächspartner mag und den - ganz nebenbei gesagt - auch der Leser schätzen muss. Der Detektiv agiert kaltschnäuzig und geht im Zweifelsfall über Leichen. Dennoch ist er dank der Gespräche mit seiner Lebensgefährtin - einer jüdischen Psychotherapeutin - jederzeit in der Lage, sich in die Gedankenwelt eines Täters oder seiner Opfer hineinzuversetzen.


Der Roman wird vor allem mit rasanten Dialogen vorangetrieben, die in schnellen Szenen immer neue Informationen über die handelnden Figuren und ihre Motive vermitteln. Der Autor ist kein Freund langer Sätze und ausführlicher Monologe, sondern konzentriert sich stets auf das Wesentliche. Kein Wunder, dass seine Romane eher kurz und knapp sind - in »Trügerisches Bild« scheint wirklich kein einziges Wort zu viel zu sein.


Ein spannender Roman, nach dessen Lektüre ich wieder einmal wusste, warum ich Spenser-Krimis schätze!
Die komplette Rezension, die bereits am 18.07. erschienen ist, findet sich hier. Die Amazon-Seite zum Roman findet sich hier.


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Übrigens war dieser "vorerst letzte" Spenser-Fall auch meine letzte Spenser-Übersetzung. Ich mache solche kleinen, feinen Arbeiten immer nur in meiner Freizeit, und dann fehlen mir die entsprechenden Zeitfenster für meine eigenen Romane. Was mir, wie ich in den letzten Monaten gemerkt habe, gar nicht gut tut.

Darum beschränke ich mich in dieser Hinsicht ("für die Schönheit, für die Ehre") jetzt auf die tolle Tiptree-Gesamtausgabe bei Septime.

Das ist zwar schade, weil Parker mein Lieblingsautor aller Zeiten ist, aber was soll man machen ... Zu viele Breie verderben den Koch.

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