Sonntag, 28. August 2011

Gelesen: Robert A. Heinlein, DAS ULTIMATUM VON DEN STERNEN (USA 1954)

Worum geht's?

Ein Weltraumforscher hat vor hundert Jahren ein lustiges kleines Tierchen von einer Sternenreise mitgebracht. Inzwischen hat es Sauriergröße, kann sprechen und ist der Meinung, Menschen zu züchten, die Nachfahren des Weltraumforschers nämlich. Als eines Tages noch außerirdische Kriegsschiffe im Sonnensystem auftauchen, ist das Chaos komplett.

Wie ist das Buch geschrieben?

Es pendelt zwischen humorvollem Jugendbuch (wenn es um das gegenwärtige Herrchen des Weltraumviechs geht) und fröhlicher Satire (wenn es um die Politiker geht, die sich mit der Kriegsflotte auseinandersetzen müssen).

Was gefiel nicht so?

Die alte Übersetzung von 1966, was aber kein persönlicher Vorwurf an die Übersetzerin ist. Inzwischen ist man da einfach längst einen anderen Standard gewöhnt, natürlich auch von Birgit Bohusch. (Und bestimmte Moden gibt es im Übersetzungshandwerk natürlich auch, z. B. dahingehend, welche Begriffe man eindeutscht und welche nicht.)

Was gefiel?

Eigentlich sogar die alte Übersetzung, weil sie etwas herrlich Nostalgisches hat. Und was das Schriftstellerische betrifft: Heinlein hat gewusst, wie Erzählen geht. In- und auswendig hat er das gewusst.

Gute Stelle?

Ich könnte viele herrlich absurde Dialoge zitieren, aber am besten gefällt mir eigentlich diese Stelle hier von Seite 129:

"Henry hat weder Angst noch Hoffnungen noch Illusionen. Du kannst ihm nichts anhaben."

In dieser schlichten Dialogzeile verbirgt sich quasi die Bauanleitung für ein gutes, erfülltes, freies Leben:
  • "weder Angst" = Wo die Angst ist, da geht's lang!
  • "noch Hoffnungen" = keine Verlagerung von Glück in die Zukunft
  • "noch Illusionen" = sich nichts von der Welt erwarten
So etwas baut Heinlein, dieser alte Haudegen, mal ganz nebenbei ins Gequatsche eines Jugendromans ein!

Zu empfehlen?

Aber ja doch. Ich stehe auf solche dünnen, schnellen, vergnügten alten SF-Abenteuer!

Wo aufgestöbert?

Das Buch habe ich mit vielleicht zwanzig Jahren mal geschmökert. Neulich stolperte ich im Bestandskatalog der Sammlung Ehrig drüber, hier. Bei Amazon-Marketplace war die schöne alte Ausgabe rasch und billig besorgt:



(Eigenhändiger Scan vom gelesenen Exemplar)

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