- EINE ZAHNBÜRSTE FÜR FRAU BLESCHKE (1985), 200 verkaufte Exemplare
- DER ELEFANT AUF DEM DACH (2001), 107 verkaufte Exemplare
- EIN ABEND BEIM CHINESEN (2009), 77 verkaufte Exemplare
- DER COOLE HUND (2001), 25 verschenkte Exemplare
- DAS LAGER. DIE HUBSCHRAUBER (1995), null abgerechnete Exemplare
Alles klar? Von Koketterie keine Spur.
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Wie gut, dass ich da jetzt schon einen schicken vorläufigen Werbespruch für die Gedichtesammlung gefunden habe:
Sei Held, Reaktionär und Punk zugleich: Kauf dir 'nen COOLEN HUND!
(Mit Dank für die Inspiration an Ralf "lapismont" Steinberg. Jaha: Solche Leser habe ich!)
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Noch'n Gedicht: das titelgebende. Passend zum Vorfrühlingswetter, das auf Freiluftaktivitäten hoffen lässt, und passend zum Thema unangenehme Wahrheiten. Es ist von 1983, da war ich 21.
Ein cooler Hund
Im Sommer, draußen in der Hasenheide,
da kannst du prima in der Sonne liegen,
mit ’nem Bier oder nicht,
kannst dösen, die Leute begaffen,
Spaß haben, quatschen, lesen:
all die Parkgeschichten.
Einmal hing ich oben am Berg rum,
über den Bäumen, über der Stadt, ihrem Lärm,
und genoss die Ruhe, die Insel,
aber irgendwie war das nicht drin diesmal.
Unten begannen die Festtage, plötzlich
waren da die Buden, Karussells, das Volk,
und in der Luft dröhnten Flugzeuge herum.
Ach ja, dachte ich, heute is‘ ja irgend so ’ne Flugschau
drüben in Tempelhof, und die Leute auf dem Berg
stiegen auf die Bänke und glotzten,
bloß ich nicht,
denn da waren diese Hunde,
die absoluten Härte-Hunde.
Der eine war total nervös, weil sein Frauchen
auf ’nen Baum gestiegen und er
halt noch unten war, kurz vorm Infarkt.
Der andere war einfach irr, beschränkt
oder wie du so was nennst:
rannte ständig um diesen Felsbrocken herum,
pisste seine Markierungen, aber es kam nix raus,
und er schleuderte mit seinen Hinterbeinen
die Steinchen weg wie irre, und das war er auch:
ein Stadtköter mit Putzfimmel und Pinkelzwang,
und ich machte mir da so meine Gedanken drüber.
Die Sonne schien, die Leute
reckten sich ihre Hälse aus,
und ich dachte über arme Hunde nach –
und dann kam er:
schwarz,
gleitend,
geschmeidig.
Der unglaublich coole Hund bellte nicht,
als die beiden Neurotiker um ihn herumsprangen.
Er maß sie nur kurz mit seinen schwarzen Augen
und lief langsam weiter, in eleganten Kurven.
Der coole Hund
hob nirgends sein Bein,
der coole Hund
guckte mal eben in einen Kinderwagen rein,
beiläufig genug, um die Mama
nicht hysterisch zu machen,
und ich sah ihn an,
sah das Leben,
das in einem Puma steckt, Mann,
in einer dicken Kaktee,
sah Die Kraft,
die manifestierte Kontinentalverschiebung,
und ich wusste
um die Wahrheit, Mann,
die ich in diesem Moment erfuhr!
Und dann kam dieser Typ auf seinem Fahrrad,
über den Lenker die Peitsche gelegt,
und der coole Hund hob den Kopf
und trottete hinterher,
und sein Schwanz wedelte,
und ich dachte:
Naja,
so viel zum Thema Wahrheit, Mann,
und machte mich auf den Weg.
Kommentare:
Sag mal, wurde die ZAHNBÜRSTE wirklich verkauft? Ich hatte das Alhpa-Syntauri-Programm eher so in Erinnerung, daß ich die Zines machte und über verschiedene Kanäle - z.B. den PRBCBS - ins Fandom "gedrückt" habe ("gepresst", "geschossen" ... ). Aber es kann auch sein, daß mich meine Erinnerung täuscht ...
My.
Ich glaube, das war etwa 50/50. Zum einen war das Heft im Angebot eures Clubs enthalten, zum anderen habe ich die Teile auf Lesungen verkauft. Ob es darüber hinaus auch noch einen Vertrieb gab, wo man die ZAHNBÜRSTE einzeln bestellen konnte? Keine Ahnung. Ist lange her.
Wie dem auch sei. Die Hefte sind jedenfalls nicht unter irgendeines Verlegers Bett gelandet wie vermutlich DAS LAGER, sondern bei Lesern.
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