Samstag, 18. Mai 2013

Abgeliefert: Der durchgesehene Umbruch von Kirsty McKays UNTOT - SIE SIND ZURÜCK UND HUNGRIG

Neulich saß ich in meinem liebsten Arbeitscafé, dem Zimt und Mehl, und sah den ersten Umbruch meiner Übersetzung von UNFED durch. Das sah so aus:

(Foto: mal wieder Ben, zehn Jahre, der einfach ein total gutes Auge hat - am Bildausschnitt wurde nichts nachträglich geändert)

Ein schönes Arbeiten!

Und weil ich weiß, dass viele Leute schon gespannt auf diese Fortsetzung warten: UNTOT 2 wird im August erscheinen - ist also gar nicht mehr so lange hin.

Wollt ihr den Reklametext schon mal wissen? Er geht so:

Na toll! Eine Glatze, eine Narbe und 6 Wochen Koma. Als Bobby erwacht, ist bereits ganz Schottland zombifiziert und zur Sperrzone erklärt worden. Ausgerechnet in einem schottischen Krankenhaus festzusitzen, ist also eher ungünstig. Dass auch Alice und Pete dort untergebracht sind, ist zumindest eine gute Nachricht. Doch wo steckt Smitty? Und wieso hat Bobbys Mutter, die angeblich tot sein soll, verschlüsselte Nachrichten auf dem Handy hinterlassen? Die ungleichen Freunde müssen schnellstens hier weg. Denn die Untoten sind lernfähig und hungrig und verdammt gefährlich. Und sie sind nicht die Einzigen, die ihnen hinterher jagen …

 Die komplette Vorankündigung des Verlags findet ihr dort bei Chicken House.

Und wer die Wartezeit nicht aushält sowie einen eBook-Reader sein eigen nennt, kann natürlich zum PAUSENSNACK greifen; der spielt in den sechs Wochen zwischen Band 1 und Band 2 - dort.

Mittwoch, 15. Mai 2013

Was dieser Autor hier demnächst so vorhat

Christian Weis fragte neulich in einem Kommentar:

Gerade solche Geschichten [wie BLOSS WEG HIER] les ich immer wieder gern. Im Buch waren ja noch andere aus dem mehrbändigen Projekt angekündigt - wie sieht's denn damit aus?

Das Projekt - ich habe es hier ausführlicher beschrieben - liegt mir nach wie vor am Herzen; es beschäftigt mich ja seit vielen Jahren.

Der Haken ist allerdings, dass sich der erste Band, also BLOSS WEG HIER, deutlich schlechter verkauft hat als erhofft. Hannes Riffel und ich hatten vorsichtig sein wollen und uns auf eine Auflage von nur 200 Exemplaren verständigt; diese, so hatten wir gedacht, sollten sich doch binnen eines Jahres verkaufen lassen. Wie sich herausgestellt hat, waren wir selbst damit noch zu optimistisch - bislang, nach knapp zwei Jahren, sind gut 80 Exemplare abgesetzt worden; mehr dazu hier.

Das ist schade und für jemanden wie mich, der sich nicht als Künstler, sondern als Geschichtenerzähler begreift, auch wenig motivierend. Andererseits gilt die Regel, dass Reihen sich umso besser verkaufen, je gleichmäßiger die Folgebände nachgeschoben werden.

Auch insgesamt war es für diesen Autor hier gar nicht gut, dass letztes Jahr so gar nichts Neues von mir erschienen ist; da sinkt das Leserinteresse - was ich auch an den leicht rückläufigen Aufrufzahlen dieses Blogs merke.

Meine gegenwärtige Strategie sieht deshalb so aus:
  • Kurzfristig muss ich unbedingt dafür sorgen, dass in diesem schönen Jahr 2013 noch eine Einzelveröffentlichung von mir erscheinen wird. Da sitze ich gerade dran; der Kurzroman wird mich noch bis in den Sommer hinein beschäftigen. Darüber wird später noch zu berichten sein.
  • Mittelfristig will die Dekalogie fortgesetzt werden. Mit dem Schreiben des Punkrock-Romans könnte ich irgendwann im Laufe dieses Jahres weitermachen; er könnte dann Ende 2014 abgeschlossen sein.
  • Auf jeden Fall langfristig gestalten wird sich die Arbeit am 1910er Roman - die ersten vier Szenen sind skizziert, und vor dem Schreiben muss ich jeweils mindestens ein Sachbuch durcharbeiten, um da keine allzu großen Böcke zu schießen. Gerade ein fantastischer Abenteuerroman sollte fest in der Realität verankert sein. Mehr dazu hier.

So weit die Planung. Aber, wie wir alle wissen und wie John Lennon es einmal so schön auf den Punkt gebracht hat, "Leben ist das, was passiert, während man eifrig Pläne macht."

Darüber hinaus wird der Erfolg oder Misserfolg des gegenwärtigen Projekts festlegen, wie viel Zeit und Kraft ich in das danach folgende stecken kann und welche Romanidee sich dann sinnvollerweise überhaupt anbietet.

Also schauen wir mal!

Sonntag, 12. Mai 2013

Gelesen: Volker Kutscher, DIE AKTE VATERLAND (D 2012)

Worum geht's?

Kriminalkommissar Gereon Raths vierter Fall führt ihn im Hochsommer 1932 bis nach Ostpreußen. Alles fängt damit an, dass im Vergnügungstempel Haus Vaterland am Potsdamer Platz ein Toter gefunden wird, der dort anscheinend in einem Lastenaufzug ertrunken ist.

Wie ist das Buch geschrieben?

Klassisch: dritte Person, einfache Vergangenheit, dicht an der jeweils handelnden Figur dran.

Was gefiel nicht so?

Wie immer ist mir das Buch ein Stück zu langatmig, und nicht jede Perspektive hätte ich gebraucht.

Was gefiel?

Der Kommissar und seine Freundin sind ein wunderbares Paar mit einer hübsch komplizierten Beziehung. Das Berlin der Weimarer Republik wird regelrecht lebendig. Und der, hm, Ausflug nach Ostpreußen war eine tolle Abwechslung innerhalb der Reihe!

Gute Stelle?

Unser Kommissar betrinkt sich in Ostpreußen mit dem Dorflehrer. Seite 253:

Er schenkte noch einmal von seinem Selbstgebrannten ein. Rath merkte, dass er langsam betrunken wurde, aber irgendwie war das ein gutes Gefühl, es brachte ihm diese fremde Welt hier auf eine seltsame Art und Weise näher, er fühlte sich mit allem im Reinen, fühlte sich plötzlich in Masuren zu Hause, als habe er nie anderswo gelebt.

Zu empfehlen?

Aber ja! Diese Krimireihe ist für mich die einzige deutsche, die von ihrem Lokalbezug, ihrer erzählerischen Dichte und ihrem Figurenensemble her an die großen amerikanischen Detektivreihen heranreicht.

Wo aufgestöbert?

Den ersten Roman von Volker Kutscher hat mir meine Schwiegermutter geschenkt. Den vierten hier bekam ich von meiner Liebsten Ende März zum Geburtstag:

(Eigenhändiger Scan vom gelesenen Exemplar: 564 Seiten, gebunden, Kiepenheuer & Witsch, Köln, 6. Auflage 2012)

Keine zehn Tage später war er gelesen.

Etwas Besonderes aus der Lektüre mitgenommen?

Nö.

Weiterführende Links
  • Kutschers erster Roman, DER NASSE FISCH, war mein ganz persönliches Buch des Jahres 2009 - die Lesenotiz ist allerdings längst gelöscht.
  • Aber die Lesenotiz zu seinem zweiten Krimi, DER STUMME TOD, findet ihr hier.
  • Den dritten, GOLDSTEIN, habe ich im vergangenen Sommer genossen, hier.

Donnerstag, 9. Mai 2013

Hochspannend, was sich auf dem deutschen E-Book-Markt anbahnt!

Wollte ich nur mal in den Raum gestellt haben.

***

Nachtrag 14 Uhr 25. Na, ich sehe schon; ihr fragt euch alle, was dieser Eintrag soll. Recht habt ihr. Also gut, erinnert ihr euch noch, wie ich vor gut einem Jahr anlässlich der Leipziger Buchmesse 2012 das hier schrieb?

Und wer weiß, zu welcher besonderen Kunstform die eBooks eines Tages führen werden; das ist überhaupt noch nicht abzusehen.

In den Kommentaren führte ich dann noch aus:

ich bin mir nicht sicher, dass eBooks einfach nur eine neue Darreichungsform bleiben werden. Ich könnte mir gerade für den deutschsprachigen Raum zum Beispiel eine Renaissance der Kurzgeschichte vorstellen. Anthologien kauft kein Aas, aber vielleicht werden manche Autoren kürzere Texte einfach als eBooks anbieten - so wie man heute einzelne Songs kaufen kann. Dazu müssen die deutschen eBooks natürlich noch billiger werden. Etwas Ähnliches könnte ich mir auch für Fortsetzungsgeschichten vorstellen, aus denselben Gründen. Das wird noch spannend werden.

Ja, und jetzt schaut euch mal an, was mancher Branchenriese gerade so auf der Pfanne hat!


Und das sind nur die Sachen, die schon offiziell sind.

***

Nachtrag 15.05. - hier der sehr gelungene Trailer zu Lübbes Horror-Factory:

Montag, 6. Mai 2013

Abgeliefert: meine deutsche Fassung von Niel Bushnell, SORROWLINE

Niel Bushnell ist ein britischer Trickfilmer, dessen Literaturagentur ein lustiges Kunststück gelungen ist - nämlich Bushnells Debüt als Autor zuerst einmal ins Ausland, sprich: nach Deutschland zu verkaufen! Durch den längeren Vorlauf der deutschen Ausgabe, ich musste die Übersetzung ja erst einmal anfertigen, ist die Originalausgabe dann allerdings doch noch zuerst erschienen. Sie sieht so aus:


Es ist eine spannende, ernste und traurige Geschichte um einen Jungen, der seine Mutter bei einem Gewaltverbrechen verloren hat und dessen aus der Bahn geworfener Vater nun auch noch ins Gefängnis muss, wegen Einbruchdiebstahl. Der Junge wird demnächst in eine andere Stadt ziehen müssen, zu einer Tante. Als er ein letztes Mal das Grab seiner Mutter besucht, um Abschied zu nehmen, gerät er in ein Abenteuer, das ihn zunächst ins London des zweiten Weltkriegs zurückführt und dann noch weiter in die Zeit zurück. Wie sich herausstellt, führen durch Gräber sogenannte "sorrowlines", "Leidlinien", mit deren Hilfe man in der Zeit reisen kann. Da kann es nicht ausbleiben, dass der Junge sich fragt, ob er seine Mutter nun nicht nachträglich doch noch retten kann ...

Die deutsche Fassung, JACK MORROW UND DAS GRAB DER ZEIT, wird im Oktober bei Heyne fliegt erscheinen und so aussehen:


Meine Empfehlung! Es ist eine tolle, ernste Zeitreisegeschichte, ein abenteuerlicher Schmöker mit teilweise sehr skurrilem Humor und für Kinder und Jugendliche, die gerade mit einem Verlust zurechtkommen müssen, vielleicht sogar heilsam - das Buch hat mich in diesen Passagen jedenfalls sehr berührt.


Weiterführender Link
  • English readers finden Niels Blog dort.

Freitag, 3. Mai 2013

Eine Rezension, ein Blurb und etwas zu verschenken

Neulich schrieb ich noch, dass es mir mit meinem letzten Roman BLOSS WEG HIER nicht gelungen ist, außerhalb meiner eigenen Kreise Beachtung zu finden, hier, und nun hat ein gewisser Christian Weis, ein Autor, den ich nicht kenne, das Büchlein in seinem Blog besprochen:

[...] ein guter Autor, der auf 140 Seiten mehr zu sagen hat als manch anderer auf 500.

[...]

Für heutige Leser gerät ihr Trip zur vergnüglich-unterhaltsamen Nostalgiereise, man muss die Siebziger und autobefreite Straßen jedoch nicht aus eigener Erfahrung kennen, um seinen Spaß beim Lesen zu haben. Frank Böhmert verbindet die Rückschau mit den letztlich fast zeitlosen Problemen des Erwachsenwerdens und roadmoviemäßigen Episoden, die mal spannend und mal amüsant, aber nie langweilig daherkommen.

[...] Und wenn man erst mal ein paar Seiten gelesen hat, ist man mittendrin.

Die vollständige Rezension findet ihr dort.

***

Ansonsten habe ich in dieser Woche einmal wieder einen alten Schreib-Ordner entsorgt, diesmal aus dem Jahr 2001. Dabei stieß ich auch auf ein paar extrem nette Worte, die Else Laudan von Argument damals über meinen gerade erscheinenden Stofftierroman gesagt hat:

Seit ich damals Ulrich Plenzdorf las, habe ich solche Romane immer vermisst. DER ELEFANT AUF DEM DACH schenkte mir eine phantastische Geschichte aus der Wirklichkeit, die mich geprägt hat. Ein zärtliches, romantisches und mutiges Buch von rarer Originalität.

 Ein Vergleich mit dem großen, großartigen Ulrich Plenzdorf? Himmel! Muss ich glatt verdrängt haben. Das pflege ich doch gleich mal noch bei den Büchern ein!

***

Zu guter Letzt stieß ich in dem Ordner auf einige alte WURMWELT-Exemplare. Ihr wisst nicht, was das ist? Ganz einfach: WURMWELT war, noch in Papierform, der direkte Vorläufer meines ersten Blogs BÖHMERTS HASENBROT, das wiederum der direkte Vorläufer des Blogs gewesen ist, das ihr gerade lest. Im Untertitel nannte sich WURMWELT "das Fachblatt für gut abgehangene Neuigkeiten" und sah so aus:


Es ging "an alle Fettgedruckten, der Rest darf immer strebend sich bemühen." - Die Nummer 2 fehlt, wie ihr seht; dabei handelte es sich um den Privatdruck meines Gedichtbands. Aber es ist der komplette Satz der Nachrichten-Ausgaben. Und wisst ihr was? Ich verschenke ihn.

Der erste, der in den Kommentaren sagt, dass er den Satz Fanzines haben möchte, bekommt ihn.

Und der zweite bekommt immerhin noch die Ausgabe 3, "mit natürlichen Reifekristallen", denn davon hatte ich noch einen Rückläufer im Ordner stecken.

Also haut rein, wenn ihr schicke alte Sachen vom Böhmert lesen wollt!

Und ansonsten allerseits schon mal ein schönes Wochenende!

Dienstag, 30. April 2013

Gelesen: Daniel Glattauer, GUT GEGEN NORDWIND (A 2006)

Worum geht's?

Durch einen Tippfehler in einer E-Mail-Adresse entspinnt sich ein Mailwechsel zwischen einer Frau und einem Mann. Sie verlieben sich ineinander, ohne sich je gesehen zu haben.

Wie ist das Buch geschrieben?

Tatsächlich komplett als Briefroman!

Was gefiel nicht so?

./.

Was gefiel?

Wie schön Glattauer diese alte Romanform ins 21. Jahrhundert gehoben hat. Wie glaubwürdig er seine Figuren gestaltet hat. Wie nachvollziehbar und doch überraschend er die Handlung entwickelt.

Gute Stelle?

Ich habe mir keine markiert. Was schade ist, weil die Frau, Emmi, unterwegs einige Bonmots heraushaut. Ersatzweise einfach mit dem Finger ins Buch gegriffen, Seite 36:

Zehn Minuten später
RE:
Meister Leo, das macht mich wahnsinnig, dass Sie so sicher sind zu wissen, wie ich aussehe! Das ist ziemlich impertinent von Ihnen. So, das hat auch einmal gesagt werden müssen. Eine Frage noch: Wenn Sie dieses konturenscharfe Fantasiebild von mir betrachten, Leo, gefalle ich Ihnen da wenigstens?

Acht Minuten später
AW:
Gefallen, gefallen, gefallen. Ist das wirklich so wichtig?

Fünf Minuten später
RE:
Ja, das ist total wichtig, Herr Moraltheologe. Zumindest für mich. Ich mag 1.) Gefallen finden. Und ich mag 2.) gefallen.

Sieben Minuten später
AW:
Reicht es nicht, wenn Sie 3.) sich selbst gefallen?

Elf Minuten später
RE:
Nein, dafür bin ich viel zu unbescheiden. [...]

Zu empfehlen?

Aber ja! Das war eine schnelle, amüsante Lektüre; ich bin richtig darin eingetaucht und habe mit den beiden mitgefiebert, dass sie es hinbekommen, all den Widrigkeiten eine Nase zu drehen.

Wo aufgestöbert?

Im März von einem alten Freund zum Geburtstag geschenkt bekommen.

(Eigenhändiger Scan vom gelesenen Exemplar: Taschenbuch, 223 Seiten, Goldmann, München, 34. Auflage 2008)

So ungefähr anderthalb Tage später war es dann auch geschmökert.

Etwas Besonderes aus der Lektüre mitgenommen?

Es gibt keine veralteten Formen. Es gibt nur Werkzeuge, die lange niemand mehr angerührt hat.